Beschimpft, bespuckt - Retter werden oft attackiert

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Rettungssanitäter Sebastian Spies fährt in einem Rettungswagen der Malteser durch Essen. Sanitäter und Feuerwehrleute sind als Retter in der Not keineswegs überall willkommen: Vielmehr werden sie regelmäßig von Patienten oder Unfallopfern beschimpft oder sogar körperlich angegriffen.

Bochum - Sanitäter und Feuerwehrleute sind als „Retter in der Not“ keineswegs überall willkommen - sie werden von Hilfsbedürftigen vielmehr häufig beschimpft oder sogar körperlich angegriffen.

Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Kriminologie-Lehrstuhls an der Bochumer Ruhr-Universität, für die Rettungskräfte in Nordrhein-Westfahlen befragt wurden.

98 Prozent der Rettungskräfte haben demnach bereits verbale Gewalt erlebt, 59 Prozent körperliche Übergriffe. Die meisten Täter seien zwischen 20 und 39 Jahre alt, männlich und oft betrunken oder unter Drogen, heißt es in der Studie.

„Die Kräfte werden nicht als Helfer wahrgenommen, sondern als verlängerter Arm der Polizei“, sagte die Kriminologin Julia Schmidt. Befragt wurden im Auftrag der Unfallkasse NRW über 2000 Rettungsdienst- und Feuerwehrleute in dem Bundesland. Es ist nach Schmidts Angaben die bundesweit erste repräsentative Studie zu dem Thema.

Wegen der Diskussion über Gewalt gegen Rettungskräfte hatte der Gesetzgeber im November den Straftatbestand des „Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte“ auf die Retter ausgedehnt.

Ob sich damit die Situation verbessert habe, könne nach der Studie „doch stark bezweifelt werden“, hieß es in der Mitteilung von Universität und Unfallkasse. Sehr oft blieben die Attacken ohnehin straffrei - etwa bei Abwehrbewegungen gegen Spritzen, beim Wegschubsen oder sogar beim Anspucken der Hilfskräfte, so die Studie. Von strafrechtlich relevanter Gewalt - etwa absichtlichen Schlägen oder Attacken mit Gegenständen - hätten aber immerhin auch 27 Prozent der Befragten berichtet.

Dabei ereigneten sich die Taten entgegen den Klischees keineswegs nur bei Volksfesten, nachts oder in sozialen Brennpunkt-Gebieten. Auch in bürgerlichen Vierteln und am helllichten Tag würden Retter angegriffen, so die Studie.

dpa

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