Bewegende Trauerfeier für ermordete Lehrerin

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Eine Schülerin zündet im Gymnasium Osterholz-Scharmbeck eine weitere Kerze zum Gedenken an die ermordete Lehrerin an.

Bremen - Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Schüler und das Kollegium des Gymnasiums von Osterholz-Scharmbeck von der in Bremen ermordeten Lehrerin Abschied genommen.

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Mehr als 1.000 Menschen kamen am Montagmittag zu dem Gottesdienst in der evangelischen Sankt-Willehadi-Kirche. Die 35-Jährige Heike B. war am Freitag von einem ihrer ehemaligen Schüler mit mehr als 20 Messerstichen getötet worden. Viele Menschen brachten Blumen zu der Schule und zündeten Kerzen an. In dem Gymnasium fielen große Teile des Unterrichts aus. Viele nutzten auch die Homepage der Schule, um ihr Entsetzen und ihre Trauer zu bekunden. “Diese Tat schockiert mich zutiefst“, schrieb zum Beispiel eine ehemalige Schülerin. Sie sei fassungslos, “dass so etwas hier geschehen konnte“. Heike B. sei eine “großartige Frau und Lehrerin“ gewesen. “Sie hat immer ein offenes Ohr gehabt und war immer nett und freundlich“, schrieb eine andere Schülerin. “Am schlimmsten finde ich, dass jemand aus Liebe tötet, der einfach nicht merkt, wie krank das ist...“, kommentierte ein Schüler.

“Er war ein typischer Einzelgänger“

Gegen den früheren Schüler von Heike B. war am Samstag Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erlassen worden. Der 21 Jahre alte Gero S. hatte für sein Opfer geschwärmt, sie hatte seine Gefühle aber nicht erwidert. Monatelang beobachtete der junge Mann die Frau ohne ihr Wissen. Am Freitag lauert er seinem Opfer dann vor ihrer Wohnung in Bremen auf.

Nach seinen Angaben wollte er ihr eigentlich Tausende von Fragen stellen und sie dazu mit vorgehaltenem Messer in ihre Wohnung zwingen. Sie schrie jedoch um Hilfe. Als ein Passant herbeieilte, tötete er sie an Ort und Stelle. Anschließend alarmierte Gero S. selbst die Polizei. Bei seiner Festnahme übergab er einen USB-Stick mit Daten zu seinen Anliegen. Ob die Polizei mit der Auswertung schon vorangekommen ist, wollte der zuständige Staatanwalt Uwe Picard am Montag nicht sagen.

Es werde vorerst keine weiteren Auskünfte zu dem Fall geben. “Wir möchten jetzt in Ruhe ermitteln“, sagte Picard. Laut einem Bericht der “Bild“-Zeitung nahmen Mitschüler Gero S. als einen stillen, fast schüchternen Typen wahr. “Er war ein typischer Einzelgänger“, zitiert die Zeitung einen jungen Mann. “Wir haben versucht ihn zu integrieren, luden ihn auf Partys ein.“ Gero S. habe sich dabei fürchterlich betrunken, so dass man ihn nach Hause habe bringen müssen.

AP

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