Brandserie auf Sylt: Neuer Feuerteufel?

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Im vergangenen Sommer verbreitete ein Feuerteufel auf Sylt Angst und Schrecken (Archivbild).

Westererland - Gerade erst wurde der sogenannte Feuerteufel von Sylt verurteilt, nun gibt es wieder eine Brandserie im Ort Morsum auf der Nordseeinsel. Geht erneut ein Brandstifter um?

Vor drei Wochen erst ist der sogenannte Feuerteufel von Sylt verurteilt und in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Noch sind die Erinnerungen frisch an die zahlreichen Feuer, die der Mann im vergangenen Sommer auf der Nordseeinsel legte. Die Menschen atmeten auf, als er gefasst wurde. Nun gibt es wieder eine Serie von Bränden auf Sylt. Vier Feuer brachen im Februar und März in dem kleinen Ort Morsum im Osten der Insel aus, drei an einem einzigen Tag. Dreimal war es definitiv Brandstiftung, im vierten Fall deutet auch einiges auf Brandstiftung hin. Es entstand ein Gesamtschaden von etwa 800 000 Euro. Hat der “Feuerteufel“ einen Nachahmer gefunden? Die Polizei befrage derzeit Zeugen, sagte ein Sprecher der Polizei in Husum.

Vergangene Woche hatten Brennmittelspürhunde bei Untersuchungen am jüngsten Brandort angeschlagen. Die Ergebnisse des LKA deuteten auf Brandmittelbeschleuniger hin. Die Einwohner von Morsum seien “sehr verunsichert, aber auch sehr wachsam“, beschreibt die Sylter Bürgermeisterin Petra Reiber am Freitag die Situation. Die Dorfbewohner schieben demnach nachts eine Art Wachdienst, um auf ihr Eigentum aufzupassen. Nachbarschaftshilfe werde groß geschrieben: “Das ist ein Ort mit einem absolut intakten Dorfleben“, sagt Reiber. Einen Imageschaden für die “Insel der Reichen und Schönen“ sieht sie nicht. Im letzten Jahr habe sich die Brandserie nicht negativ auf den Tourismus ausgewirkt.

Auch bei der Tourist-Information in Morsum keine besorgten Mienen. Noch hätten keine besorgten Urlauber nach den Bränden gefragt, auch Stornierungen deswegen gebe es nicht, sagt eine Mitarbeiterin. Nadja Lauritzen vermittelt Ferienhäuser in Morsum - eines davon in unmittelbarer Nähe des Hauses, das zuletzt brannte und völlig zerstört wurde. Lauritzen kennt den Besitzer. “Das ist ein eingesessener alter Bekannter, sehr beliebt im Ort.“ Die Kinder des Mannes seien dort aufgewachsen, viele Erinnerungen seien nun mitverbrannt. Auch wenn anders als 2010 kein Mensch verletzt wurde - “das ist ein menschlicher Schaden“, findet Lauritzen. Ihr Mann ist Feuerwehrmann, war beim Einsatz dabei. “In Morsum ist man nicht wirklich entspannt“, sagt sie.

dpa

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