Bundesinstitut warnt vor Bakterienfleisch

Berlin - Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel warnt vor einer Häufung von bakterienverseuchtem Rindfleisch, Lamm und Wild.

Das vakuumverpackte Fleisch sei mit kälteliebenden Bakterien kontaminiert und verderbe innerhalb der Haltbarkeitszeit, berichtete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Donnerstagabend unter Berufung auf Prüfungen des Forschungsinstituts. Ursache sei der Keim Clostridium estertheticum. Das Fleisch sei zwar nicht mehr zum Essen geeignet, eine Gesundheitsgefahr sei aber unwahrscheinlich. Typische Anzeichen für das verseuchte Fleisch sind eine aufgeblähte Verpackung und übler Geruch. Die ARD berichtete ebenfalls darüber.

Der Keim gilt nach Angaben des BfR nicht als krankheitsauslösend und sei deshalb in der niedrigsten Risikogruppe eingestuft worden. Die Clostridien kommen generell überall in der Umwelt vor. Die Forscher nehmen an, dass der kälteresistente Keim beim Ausweiden und Enthäuten auf das Fleisch übertragen wird. Die Keime vermehren sich - im Gegensatz zu anderen Erregern - bevorzugt bei Temperaturen zwischen minus 1,5 bis 16 Grad Celsius. Dabei bilden sich Gase, die nicht nur die Verpackung aufblähen, sondern auch übel riechen. Ein solcher Fall wurde nach BfR-Angaben erstmals 1989 bekannt.

Das Bundesverbraucherministerium verwies darauf, dass es bisher keine Anzeichen für eine Gesundheitsgefahr gebe. Vergleiche mit Gammelfleisch sollten nicht gezogen werden. In den vergangenen Jahren war bewusst vergammeltes oder abgelaufenes Fleisch in den Handel gekommen.

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