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Corona: Lockerungen? Umfragen zeigen komplett konträres Bild - Virologe macht Debatte fassungslos

Die Corona-Zahlen in Deutschland zeigen einen klaren Trend - werden am Mittwoch Lockerungen beschlossen? Wissenschaftler haben eine klare Meinung.

  • Bei den Corona-Fallzahlen* ist die 7-Tage-Inzidenz* in Deutschland rückläufig.
  • 85 Prozent der Menschen, die in Kiel obduziert wurden, starben an und nicht mit Covid-19 (Update vom. 6. Februar, 15.55 Uhr).
  • Werden bei der Ministerpräsidenten-Schalte am Mittwoch Lockerungen beschlossen? Wissenschaftler warnen vor diesem Schritt (Update vom 7. Februar, 09.15 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie unseren aktuellen News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland.

Update vom 7. Februar, 10 Uhr: Der Trend zeigt in die richtige Richtung. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut 10.485 Corona-Neuinfektionen - das sind 1836 weniger im Vergleich zu den Werten vor einer Woche.

Blickt man auf die Zahlen vom Sonntag, dann bestätigt sich diese Entwicklung. Laut RKI wurden innerhalb von 24 Stunden 8 616 Corona-Neuinfektionen und 231 neue Todesfälle gemeldet (Vergleich: RKI 11 192 Neuinfektionen und 399 neue Todesfälle vor einer Woche).

Bevor sich also Angela Merkel am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen bespricht, beschäftigt die Bevölkerung eine Frage: Wird demnächst gelockert?

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für BamS wünschen sich viele Bürger umfangreiche Öffnungen. Für die Umfrage wurden am 4. Februar 506 Menschen am Telefon von Kantar befragt.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

  • 78 Prozent sind dafür, dass Schulen und Kitas wieder geöffnet werden - 20 Prozent sind dagegen.
  • 73 Prozent wollen die Öffnung des Einzelhandels, 25 Prozent nicht.
  • 62 Prozent sprechen sich für die Öffnung der Gaststätten und Hotels aus (34 Prozent sind dagegen).
  • 51 Prozent sind dafür, dass Fitnessstudios und Sportstätten wieder öffnen (46 Prozent halten nichts davon).
  • Aber: 56 Prozent sind für eine Verlängerung des Lockdowns für Theater, Museen und Kinos - nur 41 Prozent wollen eine Öffnung.

Aber: Laut einer weiteren Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ist nur jeder zweite für eine Lockerung des Lockdowns. 37 Prozent sprachen sich für eine Verlängerung der bisherigen Maßnahmen über den 14. Februar hinaus - 13 Prozent sind sogar für eine weitere Verschärfung. 30 Prozent wollen eine Lockerung und 13 Prozent sind für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 7 Prozent hatten keine Angaben gemacht.

Allerdings ist das Stimmungsbild mittlerweile ein anderes: Anfang Januar sprachen sich noch fast zwei Drittel (65 Prozent) für eine Beibehaltung oder Verschärfung der Maßnahmen aus.

Doch sind Lockerungen der Corona-Maßnahmen überhaupt realistisch?

CSU-Generalsekretär Markus Blume warnt gegenüber der Bams vor verfrühten Lockerungen: „Wir müssen beim aktuellen Kurs von Vorsicht und Umsicht bleiben. Wir sind nicht über den Berg. Wir müssen alles tun, um eine dritte Welle zu vermeiden. Zudem haben wir die zunehmende Bedrohung durch neue Virus-Mutationen. Deshalb kann es keine überstürzten Öffnungen nach dem 14. Februar geben.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil glaubt auch nicht, dass am Mittwoch Lockerungen beschlossen werden: „Die ganz großen Lockerungen sind am Mittwoch eher unwahrscheinlich“, sagte er der Bams. Und auch die Wissenschaftler warnen davor, zu lockern. Virologe Prof. Dr. Bernhard Fleckenstein wird in der BamS mit folgenden Worten zitiert: „Ich wüsste nicht, woher ich den Mut nehmen würde, jetzt eine Lockerung zu beschließen. Das Beispiel Großbritannien hat gezeigt, was passiert, wenn man zu früh lockert.“

Prof. Dr. Christian Drosten spricht sich ebenfalls für eine Beibehaltung des eingeschlagenen Kurses aus. Sollte man jetzt zu früh lockern, sehe er „großen Grund zur Sorge.“ Denn: „Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten“, so der Charité-Wissenschaftler im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info vom Dienstag.

Corona in Deutschland: Starb ein Großteil der Corona-Todesopfer an oder mit Covid-19?

Update vom 6. Februar, 15.55 Uhr: Starb ein Großteil der Corona-Todesopfer an oder mit Covid-19? Die Antwort auf diese Frage wurde vor allem im letzten Jahr kontrovers diskutiert und stellte immer wieder ein Reizthema dar. Interessant sind deswegen die Berichte des Direktors des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) Christoph Röcken. „Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an Covid-19 verstorben sind“, erklärte Röcken.

Die Aussage bezieht sich jedoch nur auf eine Stichprobe von 50 Menschen im Alter zwischen 53 und 90 Jahren, die in bislang in Kiel obduziert wurden. Die Pathologen obduzieren mittlerweile täglich zwei Menschen, die nach einer Covid-Infektion verstorben sind, um mehr Wissen über die Krankheit und das Virus zu sammeln. Bislang liegen bundesweite Daten aus dem Obduktionsregister noch nicht vor. Aber er höre von anderen Pathologen bundesweit, dass diese zu ähnlichen Ergebnissen kämen, sagte Röcken.

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach schließt sich RKI-Einschätzung über B117 an

Update vom 6. Februar, 10.49 Uhr: Karl Lauterbach schließt sich der RKI-Einschätzung zur einer bestimmten Corona-Mutation an (siehe Update vom 5. Februar, 10.15 Uhr) an. „Leider gibt es weitere Hinweise darauf, dass UK/B117 Variante ca 30% tödlicher verläuft. Anstieg der Fallzahlen mit dieser Mutation lässt eine Zunahme von >50% pro Woche vermuten“, twitterte der SPD*-Gesundheitsexperte und bezog sich dabei auf einen Artikel im Fachmagazin Nature vom Freitag.

„Daher würde der jetzige Lockdown* eine 3 Welle verzögern, nicht verhindern“, so sein Fazit in dem Tweet.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (Archivbild) warnt vor der Corona-Mutation B.1.1.7

Corona-Inzidenzen: In vielen Bundesländern rückläufig - Hoffnung machender Trend

Update vom 6. Februar, 8.28 Uhr: Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Deutschland sinkt: Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI 12.321 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Heute: 10.485. Auch die 7-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und liegt nun bei 77,3 (Vortag: 80,7). Damit nähert sie sich der politischen Zielmarke von 50, ab der die GroKo über Lockerungen nachdenken wolle.

Am Freitag kamen allerdings 689 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 hinzu, die Gesamtzahl erhöht sich damit auf 61.286. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 2,020 Millionen.

Corona in Deutschland: Seehofer für Öffnung der Friseursalons - besser als Schwarzmarkt

Update vom 5. Februar, 16.33 Uhr: Im Corona-Lockdown hat nach Ansicht von Innenminister Horst Seehofer „regelrecht ein Schwarzmarkt“ bei Friseuren entwickelt. Seehofer hat sich im Spiegel deswegen für die Öffnung der Friseursalons ausgesprochen.

„Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte der CDU-Politiker dem Spiegel. „Wir sollten aber diejenigen Maßnahmen zurücknehmen, die ganz offensichtlich keine Schutzwirkung entfalten.“ Wenn Leute sich auf anderen Wegen und ohne Hygienekonzept die Haare schneiden lassen würden, sei das viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygienekonzept die Öffnung zu erlauben, so Seehofer.

Update vom 5. Februar, 15.43 Uhr: In den Krankenhäusern werden derzeit 4.065 Corona-Patienten (Vortag: 4.178) auf einer Intensivstation behandelt, 2.265 davon müssen künstlich beatmet werden. Das geht aus den aktuellen Daten des DIVI-Intensivregisters hervor. Momentan sind demnach 3.473 Intensivbetten frei.

Corona in Deutschland - Sorge um Virus-Varianten

Update vom 5. Februar, 15.24 Uhr: Die Sorge über die Virus-Varianten in Deutschland machen wohl kaum Hoffnungen auf Lockerungen oder gar ein Ende des Lockdowns. Kommende Woche (10. Februar) steht ein Treffen von Bund und Länder an. Dabei soll es um eine Verlängerung des Lockdowns um weitere zwei Wochen gehen, wie Medien erfahren haben wollen.

 Corona in Deutschland: RKI warnt vor Virus-Mutation „Sars-CoV-2 ist gefährlicher geworden“

Update vom 5. Februar, 11.07 Uhr: „Wir sind schon über die Zeit“: Pandemie-bedingt beläuft sich das Zeitkontingent bei der Bundespressekonferenz (BPK) aktuell auf eine Stunde. Die Veranstaltung ist beendet.

RKI-Chef Lothar Wieler gestikuliert in der Bundespressekonferenz zur Corona-Lage, neben ihm sitzt Gesundheitsminister Jens Spahn.

Update vom 5. Februar, 11.04 Uhr: Die Pandemie bringe soziale und wirtschaftliche Härten mit sich, und „aus meiner Sicht ist der Preis für eine Zero-Covid-Strategie in unserem zu hoch“, so Spahn.

Update vom 5. Februar, 10.58 Uhr: „Diese Jahrhundertpandemie bleibt für uns alle eine Zumutung - und sie bleibt ein Charakter- und Stresstest für unsere Gesellschaft“, sagt Spahn in der BPK mit Wieler und Cichutek. „Der gemeinsame Gegner ist das Virus.“

Update vom 5. Februar, 10.56 Uhr: Eine Nachfrage zur Impf-Reihenfolge: Wann kommt die letzte Gruppe - Kinder und Jugendliche - dran? Das sei noch nicht klar, „weil wir noch nicht genügend Daten haben“, so Spahn - aber Cichutek könne gleich ergänzen. „Biontech ist ja zumindest ab 16 freigegeben“, sagt der PEI-Chef. So schnell könne man keine Studien-Ergebnisse zu Verträglichkeit und Dosis-Anpassung für die Jüngsten erwarten, aber wohl im Laufe des ersten Halbjahres 2021.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Chef Lothar Wieler und PEI-Präsident Klaus Cichutek zusammen vor dem Gebäude der BPK in Berlin.

RKI-Chef Wieler zu Corona-Mutation in Tirol: „Hätte vermieden werden können“

Update vom 5. Februar, 10.52 Uhr: Kritik an der Situation in Tirol kommt jetzt auch aus Deutschland: RKI-Chef Wieler äußerte sich zur Lage. Dort sind in den vergangenen Tagen viele Mutanten, allen voran des südafrikanischen Erregers, entdeckt worden. „Das hätte vermieden werden können, wenn nicht Tausende Skifahren gegangen wären“, so Wieler.

Update vom 5. Februar, 10.47 Uhr: „Diese Varianten haben dem Virus einen Boost gegeben. Deshalb ist es wichtig, dass Lockerungen - etwa in Kitas und Schulen - nur mit Konzepten geschehen“, warnt Wieler. Spahn verweist auf „AHA+L“ und in dem Zusammenhang besonders auf medizinische Schutzmasken - „ein ganz wichtiger Punkt in den nächsten Wochen“. Die neue bundesweite Impfverordnung tritt am Montag in Kraft, er an.

Corona-Lockdown: Spahn verweist auf Portugal - „Dort war viel erreicht - jetzt ist die Lage ganz anders“

Update vom 5. Februar, 10.36 Uhr: Mehrere Nachfragen zu den Corona-Mutationen und einem Termin für Lockerungen kommen. „Dass das Virus sich so verändert hat zeigt, dass wir ihm auf den Fersen sind“, glaubt Spahn. Man werde jenseits der Sequenzierung mit dem RKI die drei Varianten die kommenden Wochen untersuchen.

Es geht auf eine Sache ein, die viele als Paradox empfinden: Obwohl die Zahlen sinken, wurde der Lockdown in Deutschland zunächst bis zum 14. Februar verlängert. Aber man wolle einen Effekt wie in Portugal oder Irland vermeiden, so Spahns Begründung. „Dort war viel erreicht - und jetzt ist die Lage ganz anders.“

Update vom 5. Februar, 10.24 Uhr: Eine Journalisten-Nachfrage zu AstraZeneca wegen der unterschiedlichen Alters-Empfehlungen für das Vakzin: „Die damalige Datenlage zeigte, dass wir bei 18-55-Jährigen sehr gute Werte hatten - aber der Impfstoff auch bei Älteren gut wirkt“, antwortet PEI-Chef Cichutek. Daher gab es keine Altersbegrenzung, sondern nur eine Empfehlung.

Sind in der Pandemie oft Gäste in der BPK: PEI-Chef Klaus Cichutek, RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn (v.l. , Archivbild)

RKI-Chef Wieler: Corona-Mutation B.1.1.7 in Deutschland angekommen

Update vom 5. Februar, 10.15 Uhr: Nun verweist RKI-Chef Wieler auf die sinkenden Infektionszahlen - „aber die Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle“, warnt er. Die größte Sorge seines Instituts: Die drei neu bekannt gewordenen Corona-Mutationen. 

Besonders die Variante B.1.1.7 sei hierzulande am weitesten verbreitet - sie sei ansteckender und „es gibt Hinweise, dass sie zu schweren Verläufen führen kann“, so Wieler. B.1.1.7 mache zwar bislang weniger als sechs Prozent aus. Die Varianten dominierten daher das Geschehen noch nicht - aber das RKI rechne damit, dass dies passieren kann „und die Pandemiebekämpfung erschwert wird“. Die Maßnahmen müssten weiter eingehalten werden. „Sars-CoV-2 ist gefährlicher geworden“, sagt er.

Corona-PK mit Wieler und Cichutek: Spahn spricht von „hoher Quote“ bei Zweitimpfung

Update vom 5. Februar, 10.12 Uhr: Spahn dankt allen Menschen, besonders jenen im Gesundheitswesen, die „seit einem Jahr für uns an der Front im Einsatz sind - rund um die Uhr, am Wochenende arbeiten“. Es stünden noch harte Wochen bevor, aber: „Wir sind auf dem Weg raus aus der Pandemie - den Weg gehen wir entschlossen, aber vorsichtig.“

Update vom 5. Februar, 10.06 Uhr: „Der Start der Impfkampagne war schwierig“, eröffnet Spahn seine Rede in der heutigen Bundespressekonferenz (BPK) - Stichworte EU-Lieferung und Terminvergabe. Aber man habe nun das Mittel, „das Virus im Laufe des Jahres zu besiegen“. Drei Millionen Impfdosen seien in Deutschland bereits verabreicht. 800.000 Menschen bundesweit hätten bereits die zweite Dosis erhalten - das sei EU-weit eine „hohe Quote“ für die Zweitimpfung, so Spahn. 80 Prozent der Pflegeeinrichtungs-Bewohner hätten bereits die Erstimpfung.

AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland: Spahn will Impfordnung „leicht“ ändern

Spahn erwähnt auch, dass der AstraZeneca-Impstoff eher an Jüngere verimpft werden solle, während ältere Menschen die Vakzine von Biontech oder Moderna erhalten sollen: „Wir ändern die Impfordnung leicht.“

Update vom 5. Februar, 9.57: Spahn, Wieler und Cichutek sind im Saal der Bundespressekonferenz eingetroffen, in wenigen Minuten beginnt die Corona-PK.

Update vom 5. Februar, 9.25 Uhr: Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist hierzulande mit zuständig für die Zulassungen von Impfstoffen*. Dessen Präsident Klaus Cichutek wird sich neben Spahn und Wieler (siehe unsere Erstmeldung unten) ebenfalls ab 10 Uhr den Medienfragen stellen. Wir berichten dann an dieser Stelle im Live-Ticker.

Mehr Freiheiten für Corona-Geimpfte? Ethikrat kündigt Empfehlungen an

Update vom 5. Februar, 9.03 Uhr: Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, darf Kinos oder Restaurants künftig nicht betreten? Die Debatte nimmt in Deutschland gerade an Fahrt auf - es gibt schon Umfragen dazu (siehe unsere Erstmeldung unten). Hierbei geht es nicht nur um rechtliche Fragen - vor allem solange es nicht genügend Impfstoff für alle gibt.

Der Deutsche Ethikrat will nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa deshalb kommenden Donnerstag (11. Februar) in Berlin Empfehlungen vorstellen. Das unabhängige Gremium berät die Bundesregierung in ethischen Fragen zur Pandemie.

Corona-Impfung: Umfrage unter Deutschen mit eindeutigem Ergebnis - Spahn und Wieler vor PK

Unsere Erstmeldung vom 5. Februar: Berlin - Die Infektionszahlen sinken, doch vor dem Bund-Länder-Gipfel am 10. Februar will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch nicht auf Lockerungen festlegen. An diesem Freitag wollen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), RKI-Chef Lothar Wieler und der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland äußern.

Nach jüngsten Zahlen des RKI haben sich hierzulande 12.908 Menschen binnen eines Tages neu mit Sars-CoV-2 infiziert. Zudem wurden in dem Zeitraum 855 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 registriert, die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich damit auf 60.597. Die 7-Tage-Inzidenz ging leicht zurück und lag am Freitag bei 79,9 (Vortag: 80,7). Der Wert sinkt seit Wochen, seinen bislang höchsten Stand er am 22. Dezember mit 197,6.

Spahn und Wieler geben Corona-PK - ARD-Umfrage zu Regeln nach Impfung

Thema der Pressekonferenz mit Spahn wird die Corona-Impfung sein - wobei eine aktuelle Umfrage nun Einblick gab, wie die Deutschen dabei über bestimmte Aspekte denken: Rund zwei Drittel (68 Prozent) sind dagegen, dass Corona-Regeln für Geimpfte aufgehoben werden. Das stellte eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den „Deutschlandtrend“ der ARD fest.

Demnach solle es keine „Sonderrechte“ etwa für Urlaubsreisen oder Restaurantbesuche einzuräumen - selbst wenn belegt wäre, dass die Impfung die Übertragung des Virus verhindere. 28 Prozent waren dafür. Allerdings gab es im Vergleich zum Januar etwas weniger Ablehnende und etwas mehr Befürworter (jeweils 5 Prozentpunkte).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler (Archivbild)

Impfgegner und Corona in Deutschland: Skeptiker werden laut Umfrage weniger

Die Bereitschaft der Deutschen zur Impfung gegen das Coronavirus ist indes weiter gestiegen. Aktuell gaben 59 Prozent der Befragten an, sich auf jeden Fall impfen lassen zu wollen - das waren 5 Prozentpunkte mehr als im Januar und 22 Prozentpunkte mehr als im November 2020. Dabei stehen aber jüngere Wahlberechtigte einer Impfung zurückhaltender gegenüber.

Enttäuscht zeigen sich mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) über das Tempo der Impfungen in Deutschland. Nur jeder Fünfte (21 Prozent) fand demnach, dass das aktuelle Impftempo angemessen sei - im Januar hatte noch jeder Dritte diese Ansicht vertreten. Dass die EU-Länder den Impfstoff gemeinsam bestellen, hielten allerdings weiter 63 Prozent für richtig. Vor einem Monat hatten noch 70 Prozent diesen Kurs gestützt. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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