Nach Verlängertem Lockdown

Schule in der Corona-Pandemie: Niedersachsen hat konkrete Pläne für Unterricht 2021

Die Weihnachtsferien werden in Niedersachsen wegen Corona vorgezogen. Für die Zeit danach hat Kultusminister Tonne vor allem ein Ziel vor Augen.

  • In Niedersachsen gilt ab dem 01.12.2020 für jede Schule in einem Corona*-Hotspot „Szenario B“ (Wechselunterricht)
  • Die Schulferien wurden um zwei Tage verlängert vom 21.12.2020 bis zum 08.01.2021.
  • Im neuen Jahr will Kultusminister Tonne unbedingt den Präsenzunterricht an den Schulen sichern.

Göttingen – Die Corona-Pandemie wird die Menschen in Deutschland auch 2021 beschäftigen. Der Lockdown-Light im November hat seine Wirkung verfehlt. Die Zahl der Neuinfektionen ist in keinem Bundesland signifikant gesunken. Bund und Länder einigten sich daher auf eine Verlängerung der Maßnahmen bis zum 10. Januar.

Für die Schulen in Niedersachsen wurden die Weihnachtsferien auf den 21.12.2020 vorgezogen, um den Kindern genügend Zeit zu geben, sich zu isolieren. So sollen Verwandte am Heiligen Abend vor einer Infektion geschützt werden. Doch wie geht es danach weiter?

Niedersachsens Kultusminister Tonne hat eine klare Meinung zur Zukunft des Schulunterrichts im Jahr 2021.

Corona in Niedersachsen: Kinder sollen in die Schule gehen

Möglichst viel Präsenzunterricht in der Schule, lautet Kultusminister Grant Henrik Tonnes Ziel für das neue Jahr. „Aber nicht auf Biegen und Brechen, sondern immer einsortiert in die Entwicklung der Infektionszahlen“, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ am Freitag, 04.12.2020.

Eine Debatte über eine mögliche Verlängerung der Schulferien, gebe es derweil nicht, verspricht Tonne. „Man muss sich auch die Lage nach dem Jahreswechsel angucken. Die Ferien haben wir vorgezogen, um eine mögliche Infektion vor Heiligabend zu erkennen und Verwandte besuchen zu können“, zitiert die dpa Tonne. Der Kultusminister wolle die Kinder in Niedersachsen unbedingt so viel regulären Unterricht im Klassenraum erleben lassen wie möglich – trotz Corona.

In Niedersachsen hat die Regierung konkrete Pläne für den Unterricht 2021 in der Corona-Pandemie. (Symbolbild)

Corona in Niederachsen: Längere Ferien wird es nicht geben

Auf der Grundlage der unbedingten Fortführung des Schulunterrichts in Niedersachsen habe das Kultusministerium drei unterschiedliche Szenarien für 2021 im Auge. Keines davon sehe verlängerte Ferien oder Unterrichtsabbruch vor, so Tonne.

„Diese Szenarien tragen uns durch das Schuljahr. Es gilt aber, immer wieder den Rahmen dafür anzupassen“, gab der Kultusminister gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung mit Blick auf die Infektionszahlen zu bedenken. Seiner Meinung nach, sei die Schule in Niedersachsen kein Infektionsherd. „Wir haben keine massenhafte Verbreitung in den Schulen.“ Vielmehr infizieren sich Kinder an anderen Orten mit Corona.

Momentan sei der Ausblick auf die Schulen in Niedersachsen positiv. Es sei ein leichter Rückgang an Infektionszahlen, auch an Schulen, zu beobachten, so Tonne.

Corona in Niedersachsen: Dezentrales Abitur im Notfall

Tonne sieht optimistisch in die Zukunft: „Wenn wir es schaffen, Weihnachten und Silvester vernünftig zu sein, dann werden wird das Schuljahr am 11. Januar mit weniger Belastung angehen als wir das zum heutigen Stand erleben.“ Steigen die Corona-Infektionszahlen in Niedersachsen wider Erwarten, könne der Präsenzunterricht aber wieder über Wochen beeinträchtig werden.

In diesem Fall sieht Tonne die Möglichkeit, das Zentralabitur zu einem „dezentralen“ Abitur abzuwandeln. Damit solle den schwierigen und regional unterschiedlichen Lernbedingungen Rechnung getragen werden. Die Prüfungen sollen dann auf den Stoff angepasst werden, der in den vorherigen Monaten tatsächlich im Unterricht durchgenommen worden sei.

„Es gibt aber kein geschenktes Abitur“, mahnte Tonne. Die gleichen Überlegungen seien auch auf Haupt-, Real-, und Förderschulabschlüsse anzuwenden.

Corona in der Schule: Niedersachsen hat die schärfsten Infektionsschutzmaßnahmen

In Niedersachsen ist die große Mehrheit der Schüler bislang in der Schule im Unterricht. Das ist laut Tonne ein Erfolg der Infektionsschutzmaßnahmen in Niedersachsen. Das Land habe die schärfsten Maßnahmen aller Bundesländer.

„Deshalb sind bei uns mehr als 90 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht. 80 Prozent der Schulen sind vom Infektionsgeschehen gar nicht betroffen“, sagte er der „Nordwest-Zeitung“. „Der erste Lockdown hat uns doch gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der Schule lernen.“

Corona in Niedersachsen: Tonne gegen Wechselunterricht

Salzgitter (Niedersachsen) hat im Dezember entschieden, alle Schüler bis zu den Weihnachtsferien am 21. Dezember in den Wechselunterricht zu schicken. Später gab es Forderungen, dieses sogenannte „Szenario B“ auf sämtliche Schulen in Niedersachsen anzuwenden. Dem erteilte Tonne jedoch eine Absage. Die derzeitige Faktenlage lasse einen solchen Schritt nicht zu.

Der ständige Wechsel zwischen Unterricht in der Schule und digital von daheim aus, bedeute eine zusätzliche Belastung für die Familien, argumentiert Tonne. In Salzgitter müssen wegen des Wechselunterrichts 7200 Schüler zu Hause bleiben. „Auch diese Jugendlichen haben einen Anspruch darauf, faire Chancen auf Bildung zu bekommen“, erklärte Tonne der Nordwest-Zeitung. (Philipp Zettler) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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