Corona-Kampf an deutschen Schulen

Sie musste in Dauer-Quarantäne bleiben - Schülerin bricht wohl Corona-Rekord: „Ich bin genervt“

Auf einem Arbeitsplatz in einer Schule liegt während der Unterrichtsstunde ein Mund-Nasen-Schutz (Symbolbild)
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„Nervig und todlangweilig“ ist die Quarantäne für viele Schülerinnen und Schüler. Timea (12) kann davon ein Lied singen. (Symbolbild)

Von Coronavirus und Quarantäne will diese Zwölfjährige nun endgültig nichts mehr wissen: sechs Quarantäneanordnungen hat sie seit den Sommerferien bekommen.

  • Die Corona-Fallzahlen* steigen in ganz Deutschland: auch die Schulen haben mit den Folgen zu kämpfen
  • Eine Schülerin aus dem Saarland sorgt für einen neuen Corona-Rekord
  • Sie kann die Worte „Coronavirus*“ und „Quarantäne*“ inzwischen nicht mehr hören...

Riegelsberg - Es gibt Zwölfjährige, die brechen den Rekord im Weitsprung, werfen über 35 Meter weit oder sind besonders schnell im Berechnen von Integralfunktionen. Dem Corona-Jahr 2020 sei Dank gibt es an deutschen Schulen aber auch völlig neue Rekorde zu brechen. Die 12-jährige Schülerin Timea Hewener zum Beispiel: sie hat den Rekord der Quarantäneanordnungen gebrochen.

Stolz breitet sie im Interview mit der Bild ihre ersten Quarantäne-Anordnungen vor sich aus: eine beträchtliche Menge. Sechsmal musste die Gymnasial-Schülerin inzwischen schon zuhause bleiben. Im Interview zählt sie auf: „Erst war ich Kontaktperson im Lebacher Geschwister-Scholl-Gymnasium. Dann gab es bei uns im Handball-Verein einen Corona-Fall. Danach wurden innerhalb von ein paar Tagen nacheinander meine Mama, ihr Lebensgefährte und mein Bruder positiv getestet. Dadurch hat sich die Quarantäne immer weiter verlängert.“

Corona-Quarantäne-Rekord im Saarland: Zwischen Handstand und Hausaufgaben

Am Ende war auch Timea selbst betroffen, sie wurde positiv auf das Coronavirus getestet* und musste - vermutlich ein letztes Mal - bis zum 10. November zuhause bleiben. Bis dahin bekam die Zwölfjährige ihre Schulmaterialien und Hausaufgaben einfach von ihren Freundinnen via Whatsapp*. Aber nur Hausaufgaben und keine Freunde? - Da kann es einmal schon mal langweilig werden: „Ich bin genervt. Es ist todlangweilig. Ich backe, koche, lese, bastele Weihnachtskarten, turne, spiele am Handy und gucke Fernsehen. Und wenn ich mit allem durch bin, dann fange ich wieder von vorne an... Aber immerhin – ich kann jetzt den Handstand perfekt.“

Coronavirus an Deutschen Schulen: Reichen die Schutz-Maßnahmen aus?

Wie Timea geht es aktuell vielen Schülern an deutschen Schulen. Quarantäne ist langweilig und nervig, ist aber eines der Mittel, die einen weiteren Schulbetrieb in Präsenz ermöglichen. Im Saarland, wo Timea zur Schule geht, gilt Maskenpflicht ab der 5. Klasse und Abstandsregeln im gesamten Schulbetrieb. Dennoch fürchten viele Eltern und Lehrerverbände, ein Offenhalten der Schulen um jeden Preis könnte ein Risiko darstellen. Während zuvor noch vor digitalem Unterricht gewarnt wurde, fordern immer mehr Eltern wieder eine Schließung der Schulen.

Auch SPD*-Politiker Karl Lauterbach betont auf Twitter: „Schulen beginnen früh zur Stosszeit, dauern bis mittags. Volle Klassen, Busse, keine Abstände. Alleine Masken und Lüften sollen es richten. Das wird nicht reichen. Luftfilteranlagen, Klassenteilung, Anpassung von Lehrplänen, zusätzliche Räum sind nötig.“ Inzwischen denken einige Bundesländer über alternative Möglichkeiten, wie das „freiwillige Homeschooling“ in Österreich nach. Eines steht allerdings fest: eine einfache Lösung wird es nicht geben. Auch Bundeskanzlerin Merkel warnt weiter vor einem schwierigen Winter.

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