Deutschland friert: Sechs Menschen sterben bei Rekordkälte

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Das Thermometer sackte weit in den Minusbereich ab, wie hier im Harz.

Hamburg - Strenger Frost hat Deutschland zum vierten Advent ein weißes Wochenende beschert und vielen Orten die kälteste Nacht des Jahres.

Kurz vor dem kalendarischen Winterbeginn am Montag, sackte das Thermometer weit in den Minusbereich ab. Schneefall und Glätte behinderten den Straßen- und Schienenverkehr. Das Winterwetter kostete mindestens sechs Menschen das Leben. Bei hunderten Unfällen wurden auch viele verletzt. Dichtes Flockentreiben führte am Sonntag dazu, dass Deutschlands drittgrößter Flughafen in Düsseldorf vorübergehend geschlossen werden musste.

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia war es in der Nacht zum Sonntag am kältesten im baden-württembergischen Albstadt-Degerfeld mit bis zu minus 30,3 Grad. Die höchste Temperatur verzeichnete Hörnum auf Sylt mit minus 2,2 Grad.

In der Nacht zum Samstag war es an dem als “Eisloch“ bekannten Alpengewässer Funtensee sogar minus 33,6 Grad kalt gewesen. Weil am 9. Januar an dem See jedoch sogar minus 36,4 Grad gemessen worden, nannte Meteomedia die Nächte vom Wochenende nicht “die kältesten des Jahres“. Mit Blick auf vielerorts minus 20 Grad waren die Nächte jedoch die “verbreitet frostigsten“.

In Rheinland-Pfalz wurde am frühen Sonntagmorgen die tiefste Temperatur verzeichnet, die jemals dort gemessen wurde: In Dill im Hunsrück zeigten die Thermometer minus 26,1 Grad an. In Freiburg im Breisgau war es ebenfalls kälter als je zuvor: minus 22 Grad. Am vierten Advent tagsüber wurden auf Deutschlands höchstem Berg, der fast 3000 Meter hohen Zugspitze, minus 20,9 Grad gemessen - in München dagegen vergleichweise warme 6,3 Minus-Grade.

Trotz allem: Eine weiße Weihnacht erleben weite Teile Deutschlands laut Wettervorhersage nicht. Das Tief “Vincent“ sorgt in den kommenden Tagen für höhere Temperaturen, Regen und überfrierende Nässe, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach berichtete. Bis Heiligabend dürfte sich der Schnee fast überall in Matsch verwandelt haben.

Was gegen die Kälte hilft

Tipps für kalte Tage

In Schleswig-Holstein waren bei wetterbedingten Zusammenstößen in der Nacht zum Samstag bei Neumünster eine 24 Jahre alte Autofahrerin sowie bei Eutin eine 52 Jahre alte Beifahrerin ums Leben gekommen. In Niedersachsen rutschte auf der Kreisstraße 14 bei Holzminden eine 74- Jährige mit ihrem Auto tödlich gegen einen Baum. In Baden-Württemberg starb eine 18-Jährige, deren Auto in den Gegenverkehr rutschte. In Reilingen stürzte ein 73-Jähriger auf schneebedeckter Fahrbahn mit seinem Fahrrad und schlug tödlich mit dem Kopf auf. In Mannheim erfror ein 46 Jahre alter Obdachloser, der im Freien schlief.

Allein im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei von Freitagabend bis Sonntag mehr als 1100 Unfälle mit etwa 100 Verletzten. In Brandenburg gab es an den drei Tagen fast mehr als 140 Glätteunfälle mit 20 Verletzten.

Wie jedes Jahr seien viele Autofahrer auf den plötzlichen Wintereinbruch nicht vorbereitet gewesen, meine ein Polizeisprecher in Freiburg am Samstag. Die Reisewelle in Richtung Süden hatte am Freitag und Samstag oft gestockt, nachdem in zehn Bundesländern die Weihnachtsferien begonnen hatten.

Skifahrer und Rodler können sich seit dem Wochenende auch in den Mittelgebirgen über gute Wintersportbedingungen freuen. Bei starken Schneefällen gingen zum Beispiel im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb zahlreiche Skilifte in Betrieb.

Auch Liebhaber süßen Eisweins können sich freuen: Winzer von der hessischen Bergstraße verkündeten, sie hätten die für ihre Region “besten je geernteten Riesling-Eisweine“ gelesen - mit bis zu 271 Grad Oechsle im Heppenheimer Eckweg. Auch in Baden-Württemberg nutzten Winzer die klirrende Kälte erfolgreich zur Eisweinlese.

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