Mit Döner-Buden Steuern hinterzogen

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Großer Umsatz mit Döner Kebab. (Symbolbild)

Stuttgart - Eine alleinerziehende Mutter dreier schulpflichtiger Kinder hat mit zwei Döner-Buden mehr als eine Million Euro an Steuern hinterzogen. Nun muss die 42-Jährige hinter Gitter.

Das Landgericht Stuttgart verurteilte die Türkin am Mittwoch zu einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung. Der lange Tatzeitraum zwischen 1998 bis 2003, die Intensität und die kriminelle Energie der Tat ließen eine Bewährung nicht zu, sagte der Vorsitzende Richter. “Wir haben schon erhebliche Bedenken für ihre Sozialprognose.“ Das systematische Vorgehen an der Steuer vorbei sei “eine Bereicherung auf Kosten der Gesellschaft“ gewesen.

Die 13. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts beschäftigte sich mit dem Fall seit einem Vierteljahr: Als zentrale Frage kristallisierte sich heraus, wie viele Portionen Döner Kebab man aus einem Kilogramm Rohfleisch gewinnen kann. Dabei wurde auf Initiative der Verteidigung ein Film eines sich drehenden Fleischspießes gezeigt, anhand dessen der Schwund des Fleisches festgestellt werden sollte. Denn aus diesem ließe sich ableiten, wie viele Portionen verkauft werden konnten. Davon wiederum hing die Einschätzung der Umsätze und die Höhe der Steuerpflicht ab.

Um wieviel Prozent schwindet das Fleisch beim Braten?

Nach Angaben der Angeklagten schwanden beim Braten pro Dönerspieß bis zu 50 Prozent, da die Spieße beim Grillen viel zugesetztes Wasser sowie Fett verlieren. Die Staatsanwaltschaft ging nur von einem Schwund von etwa 25 Prozent aus. Die Kammer einigte sich in der Urteilsbegründung auf einen Schwund von rund 38 Prozent. Die Preise für einen Döner in Höhe von 2,50 Euro sowie an manchen Tagen mehr als 600 verkaufte Portionen sprechen für einen erheblichen Umsatz der Angeklagten in ihren beiden Imbisse in Ludwigsburg.

“Man kann durchaus von gut gehenden Geschäften reden“, sagte der Richter. Die Angeklagte habe hohe Vermögenswerte ansammeln können. Die Anklage hatte zweieinhalb Jahre Haft gegen die 42-Jährige, der Verteidiger eine Bewährungsstrafe ohne konkreten Antrag beantragt. Die Angeklagte hat die Taten bestritten.

dpa

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