EHEC-Schnelltest kann auch Lebensmittel prüfen

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Mit dem neuen EHEC-Schnelltest kann man auch Lebensmittel prüfen.

Münster - Der neue EHEC-Schnelltest kann den Krankheitserreger auch auf Gemüse nachweisen. Das hilft auch bei der weiteren Suche nach dem Ursprung der Infektion. Unterdessen hat es den ersten Todesfall außerhalb Deutschlands gegeben.

In Schweden ist laut Krankenhausangaben eine Frau an der Darminfektion EHEC gestorben. Es ist der erste EHEC-Todesfall außerhalb Deutschlands.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass der neue EHEC-Schnelltest den Krankheitserreger auch auf Gemüse nachweisen kann. Das sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Münster am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. “Dieses Testprotokoll steht natürlich auch den entsprechenden Stellen für Lebensmittelüberwachung zur Verfügung, so dass es auch dort eingesetzt werden kann.“ Nötig sei jedoch ein spezielles molekularbiologisches Labor. “Das ist jetzt nicht so ein Test, mit dem man über den Markt gehen kann und hier etwas dranhalten kann wie bei einem Schwangerschaftsstreifen.“ Am Montagabend hatte das Uniklinikum die Entwicklung des Tests gemeldet.

“Es ist ein Werkzeug für die Suche nach der Quelle, das zur Verfügung steht“, so der Sprecher. Es sei speziell für den aktuellen Stamm HUSEC041 zugeschnitten. Wie sehr der Schnelltest die Suche nach dem Ursprung der Infektion beschleunigen kann, müssten zuständige Behörden beurteilen.

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Inzwischen steigt in Niedersachsen die Zahl der EHEC-Infektionen langsamer als in der vergangenen Woche. Bislang seien insgesamt 264 EHEC-Infizierte und Verdachtsfälle gemeldet, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums Thomas Spieker am Dienstag in Hannover mit. Am Montag waren landesweit noch 242 Menschen in Niedersachsen möglicherweise mit EHEC infiziert. Auch im besonders stark betroffenen Hamburg steigen die Infektionszahlen langsamer, wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bereits am Vortag berichtet hatte.

Unterdessen ist in Spanien ein erster EHEC-Verdachtsfall aufgetreten. Der erkrankte Mann sei zuvor in Deutschland gewesen, teilte die Gesundheitsbehörde im Baskenland am Dienstag mit. Der 40-Jährige liege mit Symptomen der Darmkrankheit auf der Intensivstation eines Krankenhauses in der nordspanischen Küstenstadt San Sebastián.

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Der Mann sei am 20. Mai von einer Reise durch Deutschland und andere mitteleuropäische Staaten nach Spanien zurückgekehrt. Sein Zustand sei ernst, hieß es. Bislang hatte es in Spanien keinen Fall einer EHEC-Infektion gegeben. In Hamburg wird eine spanische Leichtathletin in einem Krankenhaus wegen einer EHEC-Infektion behandelt. Die 38-Jährige hatte in der Hansestadt an einem Marathonlauf teilgenommen.

In Hamburg war der Erreger auf Gurken aus Südspanien gefunden worden. Allerdings ist unklar, ob die Gurken bereits bei der Produktion oder später auf dem Transport oder bei der Lagerung in Deutschland kontaminiert wurden.

dpa/dapd

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