Ein-Euro-Jobber verübte sieben Anschläge

Frankfurt/Main - Unter dem Decknamen “Bewegung Morgenlicht“ soll ein 49-Jähriger sieben Brandanschläge in Frankfurt verübt und Hessens Ministerpräsident Koch eine Bombendrohung geschickt haben.

Der Beschuldigte, ein Ein-Euro-Jobber aus Frankfurt, wurde am Montagnachmittag auf der Straße festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Mittwoch berichtete. Er sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Deutsche ein Alleintäter ist. Er soll vom 31. Oktober 2009 bis zum 5. Februar 2010 siebenmal Feuer gelegt und dabei mindestens einmal Menschen in Gefahr gebracht haben. Da der Mann in seinen Bekennerschreiben als Anlass für seine Tagen verschiedene soziale Probleme genannt habe, sei das Gericht von Wiederholungsgefahr ausgegangen und habe Haftbefehl erlassen, teilte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu mit.

Die Brandanschläge in Frankfurt hatten unter anderem zwei Bankfilialen, einen Drogeriemarkt und eine Zeitarbeitsfirma getroffen. In seinen Bekennerschreiben, die der Täter nach jedem Anschlag an verschiedene Medien schickte, hatte er auch gegen Dumping-Löhne und Zeitarbeit protestiert sowie einen Mindestlohn von mindestens neun Euro gefordert. Er benutzte ersten Ermittlungen zufolge aber nicht bei allen sieben Anschlägen, für die er verdächtigt wird, den Decknamen “Bewegung Morgenlicht“.

Rohrbombenattrappe für Roland Koch

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erhielt die Rohrbombenattrappe Ende Januar nach Äußerungen über arbeitsunwillige Hartz-IV-Empfänger. Sie sei ein Protest gegen Kochs Forderung nach einer Arbeitspflicht für diese Gruppe, hieß es in dem Brief. Der Absender warnte Koch, sollte er seine Äußerungen wiederholen, werde eine scharfe Bombe gezündet. Videoaufnahmen von zwei Tatorten und aus einem Internet-Café, von dem eines der Bekennerschreiben abgesetzt worden war, brachten die Ermittler auf die Spur des 49-Jährigen.

Die Anschlagsserie begann im Herbst 2009 mit zwei Frankfurter Bankfilialen. Dabei war Sachschaden in Höhe von rund 110 000 Euro entstanden. Vor wenigen Wochen war bei einem Brandanschlag auf eine Filiale einer Drogeriemarkt-Kette 5000 Euro Sachschaden entstanden. Eine zufällig vorbeikommende Streife löschte das Feuer. Kurz zuvor war ein Büro einer Zeitarbeitsfirma Ziel eines Anschlags, dabei entstand Sachschaden von 15 000 Euro. Der Brandbeschleuniger war durch einen Briefkastenschlitz geworfen worden.

dpa

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