Tod eines Neugeborenen: Bewährung für Mutter

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Das Landgericht ging davon aus, dass die Mutter bei der Geburt unglücklich an den Hals des Säuglings gegriffen hatte.

Köln - Im Prozess um den Tod eines neugeborenen Jungen ist die Mutter am Freitag in Köln wegen fahrlässiger Tötung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden.

Das Landgericht ging davon aus, dass die Mutter bei der Geburt unglücklich an den Hals des Säuglings gegriffen hatte. Sie habe es dann wohl für tot gehalten, obwohl es vielleicht noch gelebt habe, gab ein Gerichtssprecher das Urteil aus der nicht-öffentlichen Verhandlung wieder. Der Säugling war im Dezember in einem Müll-Entsorgungsunternehmen gefunden worden. Das Gericht machte keine Angaben dazu, wie der Leichnam dorthin gelangt war. Die damals 19-jährige Mutter hatte sich der Polizei gestellt.

Richter meinten: Angeklagte wollte Kind nicht vorsätzlich töten

Aus Gründen des Jugendschutzgründen fand der Prozess komplett hinter verschlossenen Türen statt. In dem Prozess waren mehr als 20 Zeugen und mehrere medizinische Sachverständige gehört worden.

Die Richter seien davon ausgegangen, dass die Angeklagte ihr Kind nicht vorsätzlich töten wollte, sagte der Gerichtssprecher. Möglicherweise habe das Neugeborene nach dem Griff an den Hals schlecht atmen können. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau wegen Totschlags angeklagt, weil die aus dem Raum Bergisch-Gladbach stammende Frau ihr Neugeborenes nach einer verheimlichten Schwangerschaft in der elterlichen Wohnung direkt nach der Geburt mit Tötungsvorsatz erstickt habe.

dpa

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