EKD-Präses: Schätze Käßmanns Arbeit sehr

Hamburg - Erstmals hat sich ein führendes Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu der Trunkenheitsfahrt von Bischöfin Margot Käßmann öffentlich geäußert.

“Das ist nicht akzeptabel, dass man mit 1,5 Promille Auto fährt“, sagte die Präses der EKD-Synode und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt am Dienstagabend in der ARD-“Tagesschau“. Sie wisse aus persönlichen Gesprächen mit Käßmann, dass diese über ihr Fehlverhalten selbst am meisten betroffen sei. “Und deswegen respektiere ich, dass sie sich jetzt zurückzieht für eine Zeit.“ Käßmann hat in dieser Woche sämtliche Termine abgesagt.

Göring-Eckardt betonte, sie schätze wie viele andere auch die Arbeit Käßmanns als EKD-Ratsvorsitzende “außerordentlich“. Als Präses der Synode, des EKD-Kirchenparlaments, steht Göring-Eckhardt an der Spitze einer der wichtigsten EKD-Gremien. Am Dienstagabend wollte der Rat der EKD, im politischen Bereich vergleichbar mit dem Bundeskabinett, in einer Telefonkonferenz über den Fall Käßmann beraten.

Beckstein: "Eine Bischöfin ist keine Heilige"

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann nach ihrer Alkoholfahrt in Schutz genommen. “Bischöfin Käßmann hat sicher einen Fehler begangen, sie hätte einen Chauffeur oder ein Taxi nehmen sollen“, sagte der stellvertretende Synodenpräses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den “Nürnberger Nachrichten“ (Mittwoch). Aber dieser Fehler werde nicht dazu führen, dass sie von ihrem Amt als EKD-Chefin zurücktreten müsse. “Auch eine Bischöfin ist keine Heilige, sondern nur ein Mensch, der fehlbar ist“, sagte Beckstein.

Die höchste Vertreterin der EKD war am Samstagabend in Hannover mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer ihres Dienstwagens gestoppt worden.

dpa

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