El-Sherbini-Prozess: Bricht Alex W. sein Schweigen?

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Der Angeklagte im Mord um die Ägypterin Marwa El-Sherbini, wird möglicherweise aussagen.

Dresden - Im Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa El- Sherbini im Dresdner Landgericht wird der Angeklagte am Mittwochnachmittag möglicherweise sein Schweigen brechen.

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“Wir beraten jetzt noch mal und dann kommt was“, kündigte Pflichtverteidiger Michael Sturm an.
Die Beweisaufnahme hinsichtlich der Zeugen ist abgeschlossen. Ein Bekannter des 28-jährigen Alex W. und sein Deutschlehrer an der Weiterbildungsakademie berichteten am siebenten Verhandlungstag von ausländerfeindlichen Äußerungen des Russlanddeutschen sowie seinem Stolz darauf, Deutscher zu sein.

Der arbeitslose Spätaussiedler muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Anklage hat er in einer Berufungsverhandlung wegen Beleidigung am 1. Juli die schwangere Zeugin Marwa El-Sherbini aus Fremdenhass mit einem Messer getötet und ihren Mann lebensgefährlich verletzt. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Nach einem vorläufigen Gutachten gilt er als voll schuldfähig.

Das Hauptziel von Alex W. sei es gewesen, Deutsch zu lernen, gut integriert zu sein und eine Freundin zu finden, erzählte ein Bekannter vor Gericht. Er habe sich abfällig über Ausländer, vor allem Muslime geäußert. Einmal habe er davon gesprochen, dass er sie umbringen würde, wenn er eine automatische Waffe hätte. Auch beim Weiterbildungskurs galt der Angeklagte als ausländerfeindlich und reagierte in Diskussionen aggressiv.

dpa

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