Empörung und Enttäuschung über Marco-Urteil

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Marcos deutscher Anwalt Jürgen Schmidt (l) äußert sich in Gegenwart von Marcos Eltern Martina Weiss und Ralf Jahns auf der Pressekonferenz in Uelzen.

Uelzen/Antalya - Die Verurteilung des deutschen Schülers Marco wegen sexuellen Missbrauchs in der Türkei hat in seiner Heimat für Protest gesorgt.

Familie und Anwalt reagierten enttäuscht und empört auf die mehr als zweijährige Bewährungsstrafe, die das Gericht in Antalya verhängt hatte. Es befand Marco für schuldig, im Türkeiurlaub 2007 die damals 13-jährige Britin Charlotte missbraucht zu haben. Obwohl Marco nicht hinter Gitter muss, will er das Urteil nicht hinnehmen. Klären muss sich nun, ob der Schuldspruch Konsequenzen für ihn in Deutschland hat, etwa in Form von Bewährungsauflagen. Die deutsche Justiz hatte ein Verfahren gegen den Schüler bereits eingestellt.

ARCHIV - Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Marco Weiss am 15.06.2008 im Gefängnis in Antalya.

Die Anwälte von Marco und Charlotte kündigten gleich nach dem Urteil den Gang in die Berufung an - in den kommenden Tagen wird sich voraussichtlich zeigen, ob sie daran festhalten. Ein Revisionsverfahren böte für Marco weiter Aussicht auf einen möglichen Freispruch, würde die für ihn nervenzehrende juristische Hängepartie aber weiter in die Länge ziehen.

Marco hatte stets ausgesagt, dass es mit Charlotte nach einem Discobesuch zu einvernehmlichen Zärtlichkeiten gekommen sei. Er war später in einem Hotel an der türkischen Riviera festgenommen worden und saß 247 Tage in türkischer Untersuchungshaft. Danach konnte er nach Deutschland ausreisen.

dpa

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