Erdrutsch-Drama: Drei Vermisste offenbar tot

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Am Unglücksort bestehe weiter Erdrutschgefahr.

Nachterstedt - Zwei Tage nach dem Erdrutsch in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) gibt es keine Hoffnung mehr, dass die drei vermissten Bewohner noch am Leben sind.

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Die ganze Nacht über wurde mit Hilfe einer Wärmebildkamera des Technischen Hilfswerks nach den Bewohnern gesucht. “Im Wasser konnten keinen lebenden Personen geortet werden“, sagte Ursula Rothe, Sprecherin der Kreisverwaltung des Salzlandkreises, am Morgen der dpa.

Die drei Menschen im Alter von 48, 50 und 51 Jahren waren am Samstag vermutlich schlafend mit ihrem Doppelhaus in die Tiefe in einen Bergbausee gerissen worden. Am Unglücksort bestehe weiter Erdrutschgefahr, hieß es am Morgen.

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Nach Angaben des Landkreises soll nun ein Pionierbataillon prüfen, ob die Unglückstelle von der Seeseite her erreichbar sein könnte. In der Nacht zum Montag gab es keine weiteren Erdabbrüche.

Am Sonntagabend hatten Anwohner persönliche Dinge aus ihren gesperrten Häusern holen können. Unter Begleitung von Rettungskräften durften sie für eine halbe Stunde um erstmals seit dem Unglück von Samstagmorgen ihre einsturzgefährdeten Häuser wieder betreten. Gegen 21.30 Uhr kehrten die Anwohner mit Kisten und Säcken bepackt wieder auf sicheres Gelände zurück. Der Erdrutsch hat in Nachterstedt zwei Häuser mehr als 100 Meter in die Tiefe gerissen und drei Menschen begraben.

Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten 44 Menschen ihre Häuser verlassen. Diese sind auf unabsehbare Zeit - möglicherweise nie wieder - unbewohnbar. Der nahe liegende Concordiasee entstand durch die Flutung des früheren Bergbaulochs und wird als Erholungsgebiet genutzt.

dpa/ap

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