Erste deutsche Glühweinkönigin gewählt

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Glühweinkönigin Nadine Thome auf dem trierer Weihnachtsmarkt.

Trier - Deutschland hat seine erste Glühweinkönigin. Werben will sie für das wegen seiner teils schlechten Qualität in Verruf geratene Heißgetränk. Dazu hat sie zwei Jahre Zeit.

“Hoheit“ Nadine Thome ist für den Glühwein unterwegs: In goldener Tracht und mit funkelndem Diadem hebt die 24-Jährige auf dem Trierer Weihnachtsmarkt die Glühweintasse. Alles höchstoffiziell - denn Thome ist seit Dienstag als erste deutsche Glühweinkönigin im Amt. “Ich trinke wahnsinnig gern Glühwein, vor allem selbst gemachten“, sagt die Studentin der Uni Trier zwischen Lebkuchenherzen und Christbaumkugeln. Bis zum 22. Dezember wird sie in der ältesten Stadt Deutschlands für das alkoholische Getränk werben, das auf den Märkten der ganzen Republik in der Vorweihnachtszeit “heiß“ begehrt ist.

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Fast ein Jahr musste Thome auf ihre “Inthronisation“ warten. Schon im Dezember 2008 war sie aus einem Bewerberinnen-Pool von fünf Damen gewählt worden. “Ich bin heiß darauf, mein Amt endlich auszuüben“, sagt sie. Von Donnerstag bis Sonntag wird sie nun vor allem in den Abendstunden Besucher auf den Glühwein-Geschmack bringen. “Für mich ist die Weihnachtszeit die schönste Zeit im Jahr - und da gehört der Glühwein einfach dazu“, sagt die Studentin der Medienwissenschaften. Am liebsten mag sie den Roten. “Am besten ist er, wenn er eine beerige Note hat.“

Warum eine Glühweinkönigin nötig ist?

“Meine Mission ist, den schlechten Ruf vom Glühwein wegzubekommen“, sagt die gebürtige Eifelerin aus dem Ort Sinspelt. Sie will sich vor allem für Winzerglühwein stark machen. “Das Image des Glühweins ist angekratzt“, sagt auch die Veranstalterin des 30. Trierer Weihnachtsmarktes, Angela Bruch. Viele glaubten, dass das Heißgetränk “süß, klebrig und schlecht“ sei. Die neue Glühwein-Fee soll nun eine Lanze brechen für mehr Qualität.

Glühweinkönigin Thome verwendet - wenn sie sich ihren “Heißmacher“ selbst mixt - frische Orangenscheiben, Zimt und Nelken. “Und dann noch nach Gusto, was es gerade in der Küche gibt.“ Grundlage sei aber immer ein guter Dornfelder. Thome wird dem Glühwein zwei Jahre lang erhalten bleiben - und 2010 noch mal die Tassen in Trier heben. “Meine Kolleginnen des kalten Getränks dürfen ein ganzes Jahr im Amt sein“, sagt Thome. Bei ihr seien es ja bloß vier Wochen. “Da machen zwei Jahre schon Sinn.“

Von Birgit Reichert, dpa

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