Falscher UN-Diplomat gesteht Millionenbetrug

Münster - Mit einer falschen Identität als UN-Diplomat und windigen Versprechungen soll ein 44-jähriger Kaufmann seine Geschäftspartner um mehr als eine Million Euro betrogen haben.

Nachdem er ein Jahr lang zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, legte der Mann aus Münster am Freitag ein umfassendes Geständnis ab. “Ich räume die Tatvorwürfe im vollen Umfang ein“, sagte der Angeklagte vor dem Landgericht Münster. “Ich möchte mich ausdrücklich bei den Opfern und ihren Familien entschuldigen.“ Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann gewerbsmäßige Urkundenfälschung und Betrug in acht Fällen sowie Geldwäsche in den Jahren zwischen 2004 und 2008 vor.

Seinen deutschen und amerikanischen Geschäftspartnern soll er laut Anklage vorgegaukelt haben, er sei ein unter Hausarrest stehender UN- Diplomat, der über millionenschwere Fondsanteile verfüge. Darüber hinaus soll er vorgegeben haben, Nachlassverwalter von Saddam Hussein zu sein. Bevor er an dessen Milliarden rankomme, müsse er sich jedoch zunächst aus dem angeblichen gerichtlichen Hausarrest freikaufen, gab er vor. Im Gegenzug für die Spenden in Millionenhöhe stellte der Angeklagte den Opfern hohe Geldgewinne und Diplomatenpässe in Aussicht.

Der gebürtige Nigerianer war vor 15 Jahren nach Deutschland gekommen. Dort habe er sein “Talent“ entdeckt, Menschen zu überzeugen. Der Betrug flog auf, als sich der Mann, der mittlerweile einen deutschen Pass hatte, eine millionenschwere Villa bauen ließ und die Steuerfahndung stutzig wurde. Nach seiner Festnahme soll er seine betrügerischen Geschäfte sogar aus dem Gefängnis weitergeführt haben. Der Prozess soll am 30. November fortgesetzt werden.

dpa

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