"Focus Schule" klagt Schuldaten ein

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Auch Thomas Gottschalk unterstützt "Focus Schule".

Stuttgart/München - Die Zeitschrift "Fosuc Schule" will die Herausgabe von Schuldaten des Landes Baden-Württemberg erzwingen, um Schulprofile zu erstellen. Die Entscheidung fällt am Donnerstagnachmittag.

Die Zeitschrift “Focus Schule“ will das Land Baden-Württemberg in einem Musterprozess zur Herausgabe von Abschlussnoten, Durchfaller- und Abgängerquoten einzelner Schulen zwingen. Die Eltern hätten ein Interesse an diesen Daten, argumentierte Anwalt Stefan Söder am Donnerstag vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart.

“Focus Schule“ plane kein Schulranking, wie vom Land befürchtet. Vielmehr sollten Schulprofile erstellt werden, um den Eltern Entscheidungshilfen zu geben. Sachsen und Berlin hätten die Daten längst herausgerückt. Baden-Württemberg sieht den Schulfrieden in Gefahr, wenn Schulen anfangen, etwa um den besseren Notenschnitt zu konkurrieren. Um sich zu rechtfertigen, würden Schulen dann anfangen, auf die Elternhäuser zu schimpfen.

Nur noch gute Noten

Und zudem bestehe die Gefahr, dass die Schulen dann anfingen, nur noch gute Noten zu geben, malte der Vertreter des Kultusministeriums, Johannes Lambert, schwarz. Er sehe das Gemeinwesen in Gefahr. “Die Gesellschaft will das nicht“, sagte Lambert in der Verhandlung. “Focus Schule“ fordert vom Kultusministerium den freien Zugang zu staatlichen Informationen und beruft sich dabei auf das Presserecht.

“Focus Schule“ möchte unter anderem Auskünfte über die durchschnittlichen Abschlussnoten der Gymnasien aus den vergangenen Jahren, aber auch die “schulscharfen“ Durchfallerquoten der Gymnasien und die Abgängerquoten aller weiterführenden Schulen. Diese Daten seien “kein Spiegelbild der pädagogischen Leistung“, betonte das Land. Ein Vergleichsangebot des Gerichts, nach dem das Land nur Teile der Daten hätte herausgeben müssen, lehnte “Focus Schule“ ab. Die Entscheidung sollte noch am Donnerstag bekanntgegeben werden.

dpa

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