Gefängnis-Ausbruch Aachen: Beamter hat geholfen

Aachen - Im Prozess um den Ausbruch der zwei Schwerverbrecher aus einem Gefängnis in Aachen hat ein Beamter am Dienstag seine Mithilfe gestanden.

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Der Gefängnis-Beamte ließ am Dienstag im Gericht eine Erklärung dazu verlesen. Danach hat der Beamte den Gefangenen Michael Heckhoff (51) und Peter Paul Michalski (47) die Türen geöffnet. Außerdem gab er ihnen an der Pforte Waffen und Munition. Im Gegenzug sollen sie ihm einen Anteil der Beute aus späteren Banküberfällen versprochen haben.

Auf ihrer Flucht durch Nordrhein-Westfalen hatten die Verbrecher vor einem halben Jahr nacheinander sieben Menschen als Geiseln genommen.

Aachener Gewaltverbrecher auf der Flucht

Gewaltverbrecher auf der Flucht

Am zweiten Prozesstag wurden außerdem Ungereimtheiten im Umfeld der Flucht bekannt. Heckhoff und Michalski verfügten schon im Gefängnis über Handys. Ein Handy, das die Verbrecher nutzten, war vorher in Bielefeld in Betrieb und dann vom 6. Oktober an in Aachen. Wie das Handy ins Gefängnis in Aachen kam, konnte bisher nicht geklärt werden.

Die Verteidiger sagten, Heckhoff und Michalski hätten nicht etwa heimlich nachts telefoniert, sondern am Nachmittag, wo sie eigentlich unter Aufsicht arbeiten mussten.

Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski: Die beiden Verbrecher konnten aus der JVA Aachen ausbrechen.

Ungeklärt blieben auch zwei Siegelbrüche im Gefängnis. Nach dem Ausbruch hatten Beamte die Zellen von Michalski und Heckhoff durchsucht und versiegelt. Diese Siegel wurden beschädigt. Obwohl Beweismittel hätten verschwinden können, nahmen die Ermittler den Vorgang nicht sonderlich ernst. Sie vermuteten, dass sich andere Häftlinge im Vorbeigehen einen Jux gemacht hatten. Es gab deshalb kein Verfahren wegen des Siegelbruchs.

dpa

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