Vergleich gescheitert

Gericht muss im Maultaschen-Streit urteilen

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Wegen vier Maultaschen wurde eine Altenpflegerin gekündigt.

Radolfzell - Im Streit um die fristlose Kündigung einer Altenpflegerin wegen der Mitnahme übriggebliebener Maultauschen will das Arbeitsgericht Radolfzell am 16. Oktober ein Urteil verkünden.

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Fristlose Kündigung wegen vier Maultaschen

Ein vom Gericht vorgeschlagener Vergleich kam nicht zustande, wie ein Sprecher am Freitag auf Anfrage mitteilte. Die 58-jährige Klägerin lehnte den Vorschlag ab, wonach sie 25.000 Euro erhalten und die Kündigung vom 30. April diesen Jahres an wirksam werden sollte.

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Die Frau war im April nach 17 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt worden, weil sie mehrere Stücke der schwäbischen Spezialität für den eigenen Verzehr mit nach Hause genommen hatte. Es habe sich um übriggebliebenes Essen gehandelt, hatte die 58-jährige Pflegerin zu ihrer Verteidigung betont. Sie habe vier Maultaschen mitgenommen. Zudem hätten auch andere Beschäftigte schon Essen mit nach Hause genommen.

Der Träger des Heims sprach dagegen von einem Diebstahl, der das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und der Mitarbeiterin zerrüttet habe. Essensreste müssten grundsätzlich zurück in die Küche gebracht und dürften nicht vom Personal verzehrt werden. Die Pflegerin habe sechs Maultaschen mitgenommen. Der Träger hatte der 58-Jährigen 18.000 Euro als Abfindung angeboten. Eine Gütetermin war ebenfalls gescheitert. Kündigungen wegen Bagatelldelikten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Demnächst verhandelt das Bundesarbeitsgericht den Fall einer Berliner Kassiererin, der wegen zweier Leergutbons im Wert von 1,30 Euro gekündigt worden war.

ap

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