Goethe-Institut bietet Deutsch-Kurse für Imame an

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Der Imam Mikail Taysan sitzt in der Moschee in Stuttgart-Feuerbach. Er hat sich schon 2008 zu einem Deutsch-Sprachkurs angemeldet.

Nürnberg - Etwa 130 Imame in Deutschland werden in den nächsten drei Jahren an Fortbildungs- und Deutsch-Kursen des Goethe-Instituts teilnehmen.

Das Modellprojekt “Imame für Integration“, das in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) entwickelt wurde, startet an diesem Donnerstag im Nürnberger Rathaus mit der offiziellen Begrüßung von 15 Imamen, wie das Goethe-Institut am Mittwoch in Berlin ankündigte. Damit wird eine der Empfehlungen der Deutschen Islam Konferenz umgesetzt.

“Imame können als Brückenbauer und Vermittler zwischen Zugewanderten und der Mehrheitsgesellschaft eine wichtige integrationsfördernde Rolle spielen“, betonte Bundesamt-Präsident Albert Schmid. Mit den Kursen soll dem Goethe-Institut zufolge vor allem die Sprachkompetenz der Geistlichen gestärkt werden, die damit auch ein Beispiel für ihre Gemeindemitglieder geben könnten. Migranten, die sich entscheiden, einen größeren Teil ihres Lebens in Deutschland zu verbringen, sollten “spüren, dass sie dazugehören“.

Die Kurse umfassen mehr als 500 Stunden Deutsch sowie etwa zwölf Tage interkulturellen und landeskundlichen Unterricht zu Themen wie Alltag in Deutschland, religiöse Vielfalt, Staat und plurale Gesellschaft, Bildung und Vereinsarbeit. Imame sind im Islam traditionell Vorbeter, Prediger und Ansprechpartner für theologische Fragen. Auf diese Aufgaben sind Imame, die das türkische Amt für religiöse Angelegenheiten regelmäßig in über 800 DITIB-Moscheen in Deutschland entsendet, in der Regel gut vorbereitet, doch werden sie in Deutschland noch viel stärker in Alltags-, Familien- und Schulproblemen um Rat gebeten.

dpa

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