Die 10 größten Grill-Irrtümer

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Grillen - wie hier an der Isar in München - macht jede Menge Spaß. Erst recht mit diesen Tipps vom Experten.

München - Grill-Weltmeister Sven Dörge klärt auf: Das sind die größten Irrtümer beim Brutzeln - und so machen Sie es besser.

Grillen ist für Sven Dörge eine Philosophie. Der deutsche Profigrillmeister verbindet in seinem neuen Buch „Grillen – Techniken, Tipps, Rezepte“ seine Gedanken zum Gang der Welt mit schmackhaften, bodenständigen Barbecue-Rezepten.

Der Profigriller (r.) bei einer Meisterschaft

„Ich bevorzuge es, einfache Dinge auf den Grill zu legen“, so Dörge. In der Gastronomie werde oft versucht über exotische Zutaten ein Aha-Effekt zu erzielen. „Das ist wie beim Sex!“, stellt der Vizeweltmeister im Speedgrillen fest. „Durch Exotisches versuchen die Leute ihre Befriedigung zu erleben, dabei sollten sie erstmal die einfachen Dinge gut machen“, sagt er zwinkernd. Hier klärt der Grillphilosoph über die zehn größten Grillirrtümer auf und gibt Tipps für gelungene Leckereien vom Grill.

Die 10 größten Grill-Irrtümer

- Die meisten Deutschen grillen immer noch mit Kohle, weiß der Experte, „das schmeckt besser“ sei häufig das Argument. „Objektiv betrachtet schmeckt Fleisch vom Elektro- oder Gasgrill aber nicht anders, weil Holzkohle keinen Geschmack abgibt.“

- Der Grill sollte niemals mit Benzin oder Spiritus angezündet werden. „Manche denken, dass das wegen der entstehenden Stichflamme männlich und imponierend ist“, sagt der Grillmeister. Dabei gebe es jedes Jahr 4000 Unfälle. „Das muss nicht sein.“

- „Man kann alles grillen – sollte man aber nicht“, rät Dörge. Die Leute sollten lieber lernen ein Steak richtig zu grillen, als mit „exotischem Schicki-Micki-Getue“ die Gäste beeindrucken zu wollen.

- Fleisch sollte niemals direkt aus dem Kühlschrank auf den Grill gelegt werden. „Bei Temperaturen von 800 Grad und mehr explodieren die Säfte förmlich und schießen aus dem Fleisch heraus“, erklärt der Grillexperte.

- Eingefrorenes Fleisch sollte nicht gegrillt werden. Eiskristalle zerstören die Fleischzellen, was zu einem verstärkten Aussaften führt.

- Fleisch oder Marinade sollte vor dem Grillen nicht gesalzen werden, da es so zuviel Saft abgibt.

- Liegt das Fleisch auf dem Grill, sollte es nicht zu häufig gewendet werden. Je nach Fleischsorte und -dicke reicht es die Steaks von beiden Seiten anzubraten und dann abseits der direkten Glut garen zu lassen.

- Grillgut sollte niemals mit einer Gabel gewendet werden. Eine Zange verhindert, dass die Poren des Fleisches verletzt werden.

- Gepökelte Ware gehört nicht auf den Grill.

- Grillfleisch sollte nie mit Bier abgelöscht werden. „Der kostbares Gerstensaft hat nicht länger als zwei Sekunden Kontakt mit dem Fleisch“, erklärt Dörge. „Eine Sekunde im flüssigen Zustand auf dem Weg nach unten und eine weitere gasförmig auf dem Rückweg.“ Da zu dem Zeitpunkt die Poren des Grillgutes bereits geschlossen sind, hält der Grillexperte das für reine Bierverschwendung. Außerdem wird das Fleisch dreckig, da der Bierdampf die Asche hochreisst.

Und so geht’s richtig: 8 Tipps vom Profi

- Wie die Neandertaler sind die Deutschen laut Dörge beim Grillen: „Probiert Neues aus am Grill , in der Küche werden ja auch viel mehr Zutaten genutzt, als nur Steak und Würstchen.“

- „Zu schnell, zu heiß – wie im echten Leben wird auch beim Grillen alles nur oberflächlich gemacht.“ Deshalb empfiehlt der Experte eine niedrigere Grilltemperatur von zirka 200 Grad.

- „Es reicht eine Handvoll Kohle zum Grillen“, rät Dörge, auch wenn es dann ein wenig länger dauert, bis das Fleisch gar ist.

- Das Kohlefeuer hat die richtige Temperatur, wenn sich eine graue Ascheschicht gebildet hat und man die Hand gerade so zwei bis drei Sekunden über den Rost halten kann.

- Gegrillt werden sollte möglichst mit Deckel, da so die Hitze gleichmäßig von oben und unten kommt. Den kann man auch prima aus einem alten Kochtopf oder aus Alufolie selber basteln.

- Dass stets mit guter Ware gearbeitet wird, spielt für den Profigriller eine große Rolle. Dabei sollte besonders bei Hackfleisch, Fisch und Geflügel auf Sauberkeit geachtet werden.

- Fettarmes Fleisch wie Geflügel oder Kaninchen sollte beim Grillen öfters mit Butter oder Marinade eingestrichen werden.

- „Wer Reste übrig hat, der sollte einfach mal Neues kombinieren und probieren“, verrät der Grillmeister, wie neue Rezepte entstehen. „So muss man auch nicht so viel wegwerfen.“

Diana Millgramm , tz

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