Häftling verletzt Zellengenossen lebensgefährlich

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Die Beamten rätseln derzeit noch, wie es zu dem Übergriff im Gefängnis Weiterstadt kommen konnte.

Wiesbaden - Ein psychisch auffälliger Häftling hat einen Mitgefangenen lebensgefährlich verletzt. Wie, darüber rätseln die Behörden.

Die Beamten im südhessischen Gefängnis Weiterstadt stehen derzeit noch vor einem Rätsel: Unklar war zunächst, wie der Täter sein Opfer so schwer verletzen konnte. “Uns sind keine Waffen bekannt“, sagte Justizstaatssekretär Rudolf Kriszeleit (FDP).

Der 29-jährige habe selbst das Personal zu seiner Zelle geführt, in der das Opfer blutüberströmt mit Kopfverletzungen lag, sagte er am Dienstag in Wiesbaden. Die Ärzte ringen noch um das Leben des 24-Jährigen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchter Tötung.

Um 15.50 Uhr gegen Ende des sogenannten Freizeitaufschlusses sei der Mann zu einem Aufsichtsbeamten gekommen und habe gesagt, er höre Stimmen. Nur eine Minute später sei ein Psychiater zu Hilfe gekommen, den der Häftling zu seiner verschlossenen Zelle mit dem Opfer brachte. Der mutmaßliche Täter sitzt wegen eines Drogendeliktes in Haft. Er sei wegen Gewalttätigkeit vorbestraft, sagte Kriszeleit. Der Verletzte war wegen Betrugs und schweren Raubes im Gefängnis. Er hatte bereits während einer Untersuchungshaft 2007 von Übergriffen anderer Gefangener berichtet, die ihn erpresst und verletzt hätten.

dpa

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