Hochwasser bedroht Kölner U-Bahn

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Nach dem Pfusch beim Kölner U-Bahnbau arbeitet die Stadt nun daran, die Baustellen in der Innenstadt gegen Hochwasser zu sichern.

Köln - Die Schneeschmelze könnte zu einem Problem für die Kölner U-Bahn werden. Experten erwarten einen Rheinpegel von acht Metern. Die Stabilität der Baugruben trägt aber nur bis zu vier Meter.

Nach dem Pfusch beim Kölner U-Bahnbau arbeitet die Stadt nun daran, die Baustellen in der Innenstadt gegen Hochwasser zu sichern. Experten haben beteuert, dass die Stabilität der Baugruben bis zu einem Pegelstand des Rheins von vier Metern gewährleistet ist.

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Am Montagnachmittag lag der Pegel bei 2,80 Meter. Die städtische Hochwasser-Schutzzentrale rechnet jedoch damit, dass der Kölner Rheinpegel in den nächsten Wochen durch Tauwetter auf bis zu acht Meter ansteigen könnte.

Steigendes Rheinwasser führt zu einem höheren Grundwasserspiegel in den U-Bahnbaustellen. Das Wasser drückt dann auf die Baustellenmauern.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass darin teilweise 83 Prozent der stabilisierenden Eisenbügel fehlen. Arbeiter sollen die Eisenbügel an Schrotthändler verkauft haben.

“Wir haben bereits mit vorsorglichen Stabilisierungsarbeiten begonnen“, sagte am Montag der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen: “Während des Rosenmontagszugs liefern die Baufirmen schon das notwendige Material in die U-Bahnbaustelle ein.“

Krisensitzung wegen U-Bahn-Pfusch

Die Spannungen zwischen den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) und den beteiligten Bauunternehmen nehmen unterdessen zu. Der KVB-Vorstand hatte die in einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) vereinten Firmen aufgefordert, bis zu diesem Montag Fragen zur Sicherheitslage an den U-Bahnbaustellen zu beantworten.

“Das Schreiben der Arge Nord-Süd ist eingetroffen“, sagte KVB-Sprecher Franz-Wolf Ramien am Montag. “Aus Sicht der KVB ist es jedoch unbefriedigend und wird deshalb weiter geprüft.“ Für den Dienstagmorgen wurde eine Sitzung des KVB-Aufsichtsrats zu dem Thema einberufen.

dpa

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