Körperverletzung: Bundespolizei ermittelt gegen Bahn

Mehrere Schüler und ältere Menschen erlitten einen Hitzekollaps und lagen dehydriert in den Gängen. Sie mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Berlin/St. Augustin - Wegen des Hitzeschocks in drei ICE-Zügen nach ausgefallenen Klimaanlagen ermittelt jetzt die Bundespolizei gegen die Deutsche Bahn. Der Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

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Sie überprüften den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung durch das Zugpersonal, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion St. Augustin, die für den Bahnhof Bielefeld zuständig ist. Am Hauptbahnhof in Bielefeld war am Samstag ein ICE aus Berlin gestoppt worden,nachdem sich die Situation in dem überhitzten Zug dramatisch zugespitzt hatte. In dem Zug herrschten Insassen zufolge Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad. Bahnchef Rüdiger Grube entschuldigte sich am Sonntag telefonisch bei Schülern und Lehrern und drückte sein Bedauern aus. Die Bahn bot den Betroffenen eine Entschädigung an.

Es sei bereits vor Bielefeld bekanntgewesen, dass die Klimaanlage in dem Zug defekt gewesen sei, sagte die Bundespolizei-Sprecherin. Ein Zeuge habe sich bei einem Zugbegleiter gemeldet, nachdem er einen strengen Geruch nach verbranntem Gummi bemerkt habe. Der Zugbegleiter habe dann festgestellt, dass die Klimaanlage nicht mehr funktioniere. Der Zug sei aber trotzdem weitergefahren. Ob der Defekt bereits vor der Abfahrt in Berlin bemerkt worden sei, konnte die Sprecherin nicht sagen.

dpa

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