Katholiken treten vermehrt in evangelische Kirche ein

Leipzig - Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche treibt deren Mitglieder offenbar nicht nur vermehrt zum Austritt, sondern auch zum Eintritt bei den Protestanten.

In einigen evangelischen Landeskirchen werde inzwischen ein reges Interesse ehemaliger Katholiken am Eintritt in die evangelische Kirche registriert, schreibt die “Leipziger Volkszeitung“. Demnach melden vor allem die großen evangelischen Landeskirchen Hannover und Rheinland sowie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ein spürbar gestiegenes Interesse am Kirchenübertritt. So seien allein in der Stadt Hannover im März und April zehn Gläubige aus der katholischen in die evangelische Kirche gewechselt.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

“Das sind deutlich mehr Übertritte als sonst“, sagte ein Landeskirchensprecher. Gründe seien die Unzufriedenheit über die katholische Kirche im Allgemeinen, aber besonders der Ärger über den Umgang der Kirchenleitung mit den jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfällen.

Auch für die rheinische Landeskirche bestätigte ein Sprecher, dass einzelne Eintrittsstellen eine steigende Zahl an Aufnahmen enttäuschter Katholiken verzeichneten. Allerdings wolle man noch von keinem Trend sprechen. In Hessen-Nassau bestätigten demnach Probeanfragen bei verschiedenen städtischen Kircheneintrittsstellen einen höheren Übertrittswunsch. “Ein Effekt ist da. Es gibt Menschen, die nach ihrem Austritt aus der katholischen Kirche direkt in die evangelische Kirche eintreten“, sagte Sprecher Stephan Krebs.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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