Katholische Christen feiern Fronleichnam

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In der Kirche St. Nikolaus in Murnau (Oberbayern) wird Fronleichnam gefeiert. Wie in vielen weiteren Orten Bayerns wurde auch in Murnau die Fronleichnamsprozession durch die Innenstadt wetterbedingt abgesagt.

München/Heiligenstadt - Mit Festgottesdiensten und Prozessionen haben Katholiken vor allem im Süden Deutschlands am Donnerstag das Fronleichnamsfest begangen.

In Bayern mussten vielerorts die Prozessionen durch die Innenstädte wegen des schlechten Wetters abgesagt werden, unter anderem in München, Passau und Würzburg. Sie wurden durch Gottesdienste und kleine Umzüge in den Kirchen ersetzt. Andernorts - wie etwa in Augsburg - zogen die Gläubigen wie geplant durch die farbenfroh geschmückten Innenstädte und Gemeinden. In Frankfurt feierte der Limburger Bischof , Franz- Peter Tebartz-van Elst , vor der Kulisse der Bankentürme das Pontifikalamt und kritisierte dabei das Gewinnstreben. Auch in Teilen Thüringens zogen Gläubige durch die Städte.

In München versammelten sich nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats mehr als 3000 Gläubige im Liebfrauendom. Erzbischof Reinhard Marx forderte in seiner Predigt Recht und Gerechtigkeit, Güte und Erbarmen ein und rief zu Zuversicht auf. Fronleichnam rufe dazu auf, Jesus Christus in die Mitte zu stellen. “Er gibt Glauben und Zukunft. Auf ihn kommt es an“, sagte Marx laut Mitteilung. Angesichts der Wirtschaftskrise wünschte sich der Erzbischof die Gestaltung einer gerechten Welt.

Bischof Walter Mixa forderte in Augsburg einen “achtungsvollen Umgang mit dem menschlichen Leben von der Zeugung bis zum Tod“ und kritisierte dabei Abtreibungen als “radikales Fehlverhalten“. In Würzburg rief Bischof Friedhelm Hofmann zu Nächstenliebe auf. Alle Menschen sollten “einander zum Segen werden“. Der Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml sagte: “Wer Christus anbetet, baut das Haus seines Lebens nicht auf dem Flugsand des Zeitgeistes und läuft nicht Gefahr, im Meer der Beliebigkeit unterzugehen.“

Der Limburger Bischof sagte, dass die Nachdenklichkeit darüber wachse, wovon der Mensch wirklich leben könne. “Der Hunger nach dem, was wirklich nährt, wird größer, wo die Grenzen des Wachstums die Kehrseiten des Wohlstands erkennen lassen“, sagte der Geistliche laut einer Mitteilung. Mit Blick auf die Wolkenkratzer der Kreditinstitute sagte Tebartz-van Elst: “Wo vieles glänzt, ist die Fläche größer, auf die sich Schatten legen kann.“ Er registriere “einen neuen Hunger der Menschen nach Gerechtigkeit und Gewissheit.“ Die Antwort sei im christlichen Glauben zu finden.

An Fronleichnam feiern die Katholiken das Abendmahl - die Umwandlung von Brot und Wein in der Messfeier in Leib und Blut Christi. Ursprünglich wurde daran am Gründonnerstag gedacht, dem Tag des letzten Abendmahls von Jesus mit seinen Jüngern. Im Laufe der Geschichte wurde die Feier auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten verlegt.

dpa

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