Vatikan sieht keinen Fehler bei früherem Abt von Ettal

Ettal/Vatikan - Im Klosterinternat Ettal wurden zwischen 1960 und 1990 Kinder geschlagen und sexuell missbraucht. Der Vatikan sieht laut eines Medienberichts aber keine Verfehlungen der Kloster-Leitung.

Der Vatikan hat nach einem Bericht der Tageszeitung “Die Welt“ (Freitag) der früheren Leitung des bayerischen Klosters Ettal im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal korrektes Handeln bescheinigt. Das Blatt beruft sich auf einen Brief des römischen Kardinalpräfekten Franc Rodé. Demnach ergab eine sogenannte Apostolische Visitation in dem nahe Garmisch-Partenkirchen gelegenen Kloster, dass der im Februar zurückgetretene Abt Barnabas Bögle und sein Prior Maurus Kraß keine Fehler im Umgang mit dem Missbrauchsskandal begingen.

Sie hätten die vorgeschriebene Meldepflicht nicht versäumt. Die Visitatoren kommen in ihrem Bericht laut “Welt“ zu dem Schluss, dass der Abt alles Notwendige getan habe. Einer Neuwahl der beiden Geistlichen in ihre früheren Ämter stehe nichts entgegen.

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hatte im Februar Bögle und Kraß zum Rücktritt gedrängt, nachdem zahlreiche Misshandlungen und sexueller Missbrauch an Internatsschülern zwischen 1960 und 1990 bekannt wurden. Die Zeitung vermutet, dass Marx nun in Erklärungsnot kommen könnte.

Im Erzbischöflichen Ordinariat hieß es damals zur Begründung, die beiden Patres hätten einen Fall von sexuellem Missbrauch aus dem Jahr 2005 fälschlicherweise nicht an den Bischof gemeldet. Die Gutachter des Vatikans schlossen sich dieser Sichtweise jedoch nicht an, wie “Die Welt“ berichtet.

dpa

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