Corinnas Mörder gefasst - 39-Jähriger geständig

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Die Trauer nach Corinnas Tod ist groß

Eilenburg - Der Sexualmord an der kleinen Corinna aus Sachsen ist aufgeklärt: Nur vier Tage nach ihrem Verschwinden wurde der mutmaßliche Mörder Peter Sch. aus dem Heimatort der Neunjährigen gefasst.

Der 39-Jährige habe die Tat gestanden, sagte Landespolizeidirektor Bernd Merbitz am Sonntag. Der vorbestrafte Peter Sch. wurde am Samstagabend gegen 23 Uhr in der kleinen Stadt Eilenburg festgenommen. Inzwischen ist der geschiedene und arbeitslose Mann in Untersuchungshaft. Ihm wird Mord, sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge und Vergewaltigung mit Todesfolge vorgeworfen. “Wir sind der Überzeugung: Was er gesagt hat, das kann nur er wissen“, sagte Merbitz.

Corinna war am vergangenen Dienstag vom Spielplatz nicht nach Hause zurückgekehrt. Am Tag darauf wurde ihre in einem Sack versteckte Leiche in einem Nebenarm des Flusses Mulde gefunden. Nach Aussagen von Merbitz liegt der Tatort in der Nähe des Fundortes der Leiche. Der 39-Jährige habe etwa einen Kilometer von Corinnas Elternhaus entfernt gewohnt. Bei seiner Festnahme sei er betrunken gewesen, teilte der Leiter der Polizeidirektion Westsachsen, Jürgen Georgie mit.

Laut Georgie brachten Hinweise aus der Bevölkerung die Beamten auf die Spur des Mannes. Ein Zeuge habe ihn in Begleitung eines Mädchens gesehen, auf das die von der Polizei herausgegebene Beschreibung von Corinna passte, berichtete Georgie. Ein weiterer Hinweis lautete, der Mann habe sich zu einer ungewöhnlichen Zeit ungewöhnlich verhalten. Darüber hinaus sei der 39-Jährige von einem weiteren Zeugen in nasser und verschmutzter Kleidung gesehen worden. Details der Tat wurden nicht mitgeteilt. “Wir waren diesmal so schnell mit der Ermittlung des Täters, dass wir uns noch am Beginn der Spurenauswertung befinden“, sagte Merbitz. Außerdem wollen die Ermittler keine Einzelheiten zur Tat bekanntgeben, um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden. Der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Strobl (Leipzig) ging davon aus, dass der Fall bis ins Letzte hinein aufgeklärt werden kann. Die Festnahme des Mannes sei ein wesentliches Ergebnis, aber nicht das Wichtigste. “Mein Hauptergebnis ist eine Gerichtsverhandlung, die zur Verurteilung führt und zur Verhängung der gerechten Strafe für diesen Täter.“ Deshalb könne man noch nichts zu Einzelheiten sagen.

Tatverdächtiger stand unter Führungsaufsicht

Nach Aussagen von Strobl handelt es sich bei dem Festgenommenen um keinen Rückfalltäter. Er sei vorbestraft, aber nicht wegen sexueller Straftaten, sondern anderer Delikte wie Brandstiftung. Unklar blieb zunächst, ob Peter Sch. selbst Vater eines Kindes ist.

Die Familie von Corinna habe die Nachricht von der schnellen Ergreifung des Täters mit Erleichterung aufgenommen, sagte die Anwältin der Familie, Ina Alexandra Tust. Sie und auch Merbitz baten die Medien darum, sie in Ruhe zu lassen. “Die Familie braucht jetzt Ruhe, sie braucht Zeit zum Trauern“, sagte Tust.

Georgie bedankte sich auch für die Hilfe aus der Bevölkerung. Am Ende seien 164 Hinweise zu der Straftat eingegangen. Vier dieser Hinweise hätten auf eine Person hingedeutet. Allerdings habe es nicht die klassische Aussage gegeben: “Das ist der Täter.“

Bei dem 39- Jährigen hätten die Beamten weitere Verdachtsmomente ermitteln können. Zugleich stellte der westsächsische Polizeichef klar, dass die Spurensuche nicht abgeschlossen ist. Georgie: “Wir befinden uns jetzt in der Phase der Tatortarbeit und wir werden sie auch in den nächsten Stunden nicht abschließen können.“

Das Gelände bleibe weiträumig abgesperrt. Die Polizei sucht beispielsweise noch immer nach verschwundenen Kleidungsstücken des Kindes.

Der Mord an Corinna hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der Fall rief Erinnerungen an die kleine Michelle (8) wach, die vor einem Jahr in Leipzig ebenfalls Opfer eines Sexualverbrechers wurde. Nach ihrem Mörder fahndete die Polizei ein halbes Jahr lang. Mit der Ergreifung des Täters in Eilenburg gelang der Polizei nun ein schneller Erfolg. Im Fall Corinna waren zuletzt 122 Polizisten rund um die Uhr im Einsatz. Die Beerdigung von Corinna soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nur im engsten Familienkreis erfolgen. Ein Zeitpunkt ist nicht bekannt.

dpa

Trauer und Entsetzen: Der Fall Corinna aus Eilenburg

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