Über 600.000 Euro

Lotto-Abzocke: Kioskbetreiber vor Gericht - Münchner betrügt Kunden mit unfassbarer Masche

Ein angekreuzter Lottoschein und ein Kreis in dem Geldscheine gezeigt werden. Über dem Kreis liegt ein Kreuz.
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In München wurden Lotto-Kunden von einem Kioskbetreiber teilweise um ihre Gewinne betrogen.

Betrug mit Lotto-Gewinnen: In München steht ein ehemaliger Kioskbetreiber vor Gericht, weil er seine Kunden um mindestens 600.000 Euro betrogen haben soll.

  • Einem Kioskbetreiber wird am Amtsgericht München wegen Betrugs der Prozess gemacht.
  • Lotto*: Der Mann und sein Komplize sollen zusammen eine riesige Summe abgeschöpft haben.
  • Den eigentlichen Lotto-Gewinnern wurden nur Kleinstbeträge oder Nieten ausgestellt.

München - Vor dem Amtsgericht in München wurde ein Betrugsprozess verhandelt. Der Grund? Ein Mann soll jahrelang Lotto-Gewinne einbehalten haben. Die abgezockte Summe beträgt wohl über 600.000 Euro.

Der ehemalige Betreiber eines Kiosks in München soll seine Kunden systematisch betrogen haben. Nach Auffassung des Gerichts soll er zwischen 2011 und 2016 mehrere Lotto-Gewinne* für sich behalten haben. Die Ermittler konnten ihm fünf dieser Taten nachweisen. Dies berichtet die Bild.

Prozess vor dem Amtsgericht München: Mann täuscht Lotto-Kunden, „um sich zu bereichern“

Eine Tat wird von der zuständigen Amtsrichterin Marie-Anne Tokaji besonders hart kritisiert: der Betrug vom 8. August 2015. Ein Kunde des Ladeninhabers kaufte Lotto 6 aus 8 (nicht zu verwechseln mit Lotto 6 aus 49*), damals für 28,80 Euro. Als er einige Tage später wieder kam, um sich nach möglichen Gewinnen zu erkundigen, wurde ihm dann offenbar ins Gesicht gelogen. Der Kioskbetreiber versicherte dem Kunden, der Schein sei eine Niete.

Die Wahrheit war jedoch eine andere: Der Kunde hätte einen Gewinn von 615.083,70 Euro einstreichen können. Die vorsitzende Richterin in München äußert sich dazu wie folgt: „Ihre langjährigen Kunden haben ihnen vertraut, Sie haben sie getäuscht, um sich zu bereichern. Ihre gutgläubigen Opfer haben Sie sich sehr gut ausgesucht. Das ist wirklich traurig.“

Video: Betrugsmasche mit Lotto-Gewinnen - Fall in München ist nicht der erste

Strohmann verplappert sich - Betrug mit Lotto-Gewinnen in München vor Gericht verhandelt

Der Kunde schöpfte keinen Verdacht und der Ladenbesitzer behielt den Spielschein. Nun musste er sich das Geld nur noch auszahlen lassen. Der Kioskbetreiber schickte einen Strohmann zur Lottozentrale, wo dieser sich als rechtmäßiger Gewinner ausgab und das Geld einsackte.

Diese und vier weitere Taten konnten dem Angeklagten nachgewiesen werden, wovon zwei Fälle schon verjährt sind. Neben den genannten Systemen Lotto 6 aus 8 und Lotto 6 aus 49 gibt es auch noch den Eurojackpot*. Aufgedeckt wurde der Betrug von einem Bankangestellten, nachdem der Komplize des Angeklagten sich am Bankschalter verplappert hatte. Er erklärte dort, dass eingezahlte Geld würde gar nicht ihm gehören. Der Angestellte der Bank schöpfte Verdacht und alarmierte die Polizei.

Nach Betrugsprozess in München: Betroffene erhalten nun ihre Lotto-Gewinne

Zu den Vorwürden äußerte sich der ehemalige Kioskbetreiber aus München vor Gericht nicht. Eine Bewährungsstrafe von über einem Jahr erhielt der Komplize des Angeklagten, der Angeklagte selbst ist noch auf freiem Fuß. Darüber hinaus ordnete das Gericht an, eine Summe von 628.772,10 Euro von den Konten der Verurteilten einzuziehen. Die Anwälte des Münchners wollen gegen das Urteil des Amtsgerichts Berufung einlegen.

Laut Angaben einer Sprecherin von Lotto Bayern, gegenüber der Bild, haben die rechtmäßigen Gewinner ihr Geld nun erhalten - sofern sie zugeordnet werden konnten. Gerade der Gewinner der Riesensumme (über 615.000 Euro) konnte jedoch nicht ermittelt werden. (jey) *Merkur.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionssystems.

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