Gewalttätige Mai-Krawalle - Polizisten verletzt

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Polizeibeamte laufen am Samstagabend im Hamburger Schanzenviertel an einer brennenden Barrikade vorbei.

Berlin/Hamburg - Die Maifeiern sind auch in diesem Jahr von Gewaltausbrüchen überschattet worden.

In Hamburg und Berlin lieferten sich Randalierer aus dem linksextremistischen Spektrum am Wochenende zwei Nächte lang hintereinander Auseinandersetzungen mit Polizisten. Dabei wurden weit mehr als 100 Beamte verletzt. Die Gegendemonstrationen zu Neonazi-Aufmärschen in Berlin und anderen Städten verliefen dagegen friedlich. Derweil weitet sich der Koalitionsstreit über Pläne zum Schutz der Polizei vor Gewalt aus. Im Hamburger Schanzenviertel wurden bei den Krawallen mindestens 28 Polizisten verletzt, in der Hauptstadt 98 Beamte. Verletzt wurden auch Dutzende Demonstranten. Die Berliner Polizei zog dennoch eine positive Bilanz. 2009 zählte sie noch 470 verletzte Beamte. Seit 1987 kommt es in Berlin rund um den 1. Mai regelmäßig zu Gewaltausbrüchen.

Mai-Krawalle: Bilder der Gewalt

Mai-Krawalle: Bilder der Gewalt

Polizisten nach Hamburg eingeflogen

Im Schanzenviertel plünderten die Randalierer einen Drogeriemarkt, warfen die Scheiben von Banken und Geschäften ein und zündeten Barrikaden an. Die Polizisten gingen mit Schlagstöcken und Wasserwerfern vor. Die Polizeigewerkschaft monierte, es seien zu wenig Polizisten eingeplant worden. Hundertschaften hätten mit sieben Polizeihubschraubern von Berlin nach Hamburg eingeflogen werden müssen, um die Gewaltorgie einzudämmen. In Hamburg waren rund 1.200 Polizisten im Einsatz, in Berlin 7.370. In der Hauptstadt waren die Ausschreitungen nicht so schlimm wie befürchtet. Am Samstagnachmittag hatten rund 6.000 Demonstranten gegen einen Neonazi-Aufmarsch mit 700 Teilnehmern in Pankow protestiert. Am frühen Abend endete die Demonstration ohne Krawall. Auch in zahlreichen anderen Städten wie Schweinfurt, Würzburg, Erfurt, Rostock und Zwickau protestierten tausende Menschen friedlich gegen rechte Aufmärsche. Nach einer Demonstration linksextremistischer Gruppierungen mit rund 10.000 Teilnehmern am Samstagabend in Kreuzberg kam es dann doch zu den befürchteten Auseinandersetzungen. Diese waren nicht so heftig wie im Vorjahr. Die Einsatzkräfte nahmen bei den verschiedenen Veranstaltungen und Demonstrationen 487 Personen fest, wie Innensenator Ehrhart Körting (SPD) berichtete. Polizeipräsident Dietmar Glietsch führte den Rückgang der Gewalt auf die Polizei-Strategie der “ausgestreckten Hand“ zurück: Zum einen setzten die Beamten auf Deeskalation, konnten aber auch schnell eingreifen.

Gewalttäter härter bestrafen

Derweil weitet sich der Koalitionsstreit über die gesetzlichen Pläne zum Schutz der Polizei vor Gewalt aus. Weil sie das entsprechende Vorhaben von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nicht für ausreichend hält, will die CDU/CSU-Fraktion jetzt mit einem eigenen Gesetzentwurf kontern. Dies kündigte der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl im Gespräch mit “Welt am Sonntag“ an. Es müsse im Strafgesetzbuch künftig klar zum Ausdruck kommen, dass Gewalttäter härter als bisher bestraft werden, wenn sie Staatsrepräsentanten angreifen, sagte der CSU-Abgeordnete.

AP

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