Doppelmord in Krailling: Onkel ist dringend tatverdächtig

München/Krailling - Ein 50 Jahre alter Onkel der beiden getöteten Mädchen aus Krailling ist für die Polizei "dringend tatverdächtig".  Nach dem Doppelmord sind sich Polizei und Staatsanwaltschaft sicher, den Täter gefasst zu haben.

Dies gab die Kripo am Samstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Bisher, so die Polizei, hat der Mann noch kein Geständnis abgelegt.

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Der Tatverdächtige sei am Freitag um 17 Uhr festgenommen worden, hieß es auf der Pressekonferenz. Am Mittag hatte die Rechtsmedizin einen Treffer beim DNA-Abgleich gemeldet. “Wir werden einen Antrag auf Haftbefehl stellen. Das Mordmerkmal ist Heimtücke“, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Titz. Der Mann habe die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit der beiden Mädchen ausgenutzt.

Insgesamt gingen 141 Hinweise aus der Bevölkerung ein, sagte der Leiter der Mordkommission, Markus Kraus.

Von 91 Vergleichspersonen seien Speichelproben genommen worden.

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In der Wohnung sei DNA sichergestellt worden. Der Verdächtige habe eine freiwillige Speichelprobe abgegeben. Das gefundene Messer wurde nach Angaben der Polizei bei der Tat verwendet. Auch bei einer gefundenen Hantel gebe es Anhaltspunkte für eine Verwendung bei der Tat.

Der Täter muss sich nach Erkenntnissen der Polizei eine Verletzung zugezogen haben. Der 50-Jährige sei verletzt; über Details wollte Kraus jedoch keine Angaben machen.

Nach Medienberichten hatte der Tatverdächtige mit der Mutter der getöteten Mädchen einen Streit um Geld. Der Mann soll hochverschuldet sein.

Der Tatablauf sei noch nicht gänzlich geklärt, sagte Kraus. Der Verdächtige sei vor seiner Wohnung festgenommen worden, sagte der Leiter der Mordkommission, Markus Kraus. Die Mutter der Kinder sei nach der Festnahme informiert worden.

Wie mehrere Zeitungen berichten, ist der Mann Postbote und selbst Vater von vier Kindern. Mit der Mutter der Mädchen, seiner Schwägerin, soll er um Geld gestritten haben.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II mitteilte, hatte eine DNA-Spur vom Tatort die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht. Er hatte freiwillig eine Speichelprobe abgegeben.

Der Beschuldigte habe beim Verhör einen eher distanzierten Eindruck gemacht. Bei zwei Vernehmungen habe er unterschiedliche Aussagen gemacht, wo er sich zur Tatzeit aufgehalten habe.

Die Kinder des Verdächtigen seien inzwischen in die Obhut des Jugendamts gebracht worden, sagte Kraus. Die Frau des 50-Jährigen sei vernommen worden, zum Inhalt ihrer Aussage wollte Kraus keine Auskunft geben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige nicht bei der Trauerfeier am Freitag war.

Sharon (11) und Chiara (8) waren in der Nacht zum 24. März in ihren Kinderzimmern ermordet worden. Ihre 41 Jahre alte Mutter fand sie, als sie am frühen Morgen von der Arbeit in einer rund 100 Meter entfernten Gaststätte nach Hause kam.

dpa

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