Missbrauchvorwürfe jetzt auch im Bistum Limburg

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Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst

Limburg - Auch am Bistum Limburg in Hessen sind Missbrauchsvorwürfe aufegtaucht. Die Beschuldigten seien schon tot, doch es gehe um die Aufklärung der Fälle, sagte das Bistum.

Der Vorwurf des Kindesmissbrauchs in Einrichtungen der katholischen Kirche hat jetzt auch das Bistum Limburg erfasst, zu dem weite Teile Hessens und auch Bezirke in Rheinland-Pfalz gehören. Wie Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst am Mittwoch mitteilte, erstrecken sich die Verdachtsfälle auf “einige Priester“. Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Limburg, Benno Grimm, sei mit der Untersuchung beauftragt worden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bei den Missbrauchsvorwürfen handele es sich um einen Verdachtsfall der bis in die 1940er Jahre zurückreiche und einen aus den 1960er Jahren.

Beide Beschuldigte sind den Angaben zufolge seit langem verstorben. “Darüber hinaus sind jetzt Vorwürfe bekanntgeworden, die sich auf Taten beziehen, die vor einigen Jahren begangen worden sind“, räumte das Bistum aber ein. Nähere Angaben, etwa zur Zahl der Verdachtsfälle, wurde aber nicht gemacht. Der Missbrauchsbeauftragte Grimm gehe bei seiner Untersuchung nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz vor, hieß es nur. Bischof Tebartz-van Elst forderte Transparenz und eine schnelle und entschiedene Aufklärung der Verdachtsfälle. Die Kirche habe die Pflicht und Schuldigkeit, alles dafür zu tun, dass Vergehen aufgeklärt werden und sich Geschehenes nicht wiederhole.

Der Pressemitteilung des Bistums zufolge zeigte sich der Bischof “tief betroffen angesichts der Folgen solcher Vergehen“. Weiter hieß es: “Sexueller Missbrauch verletzt immer auch die Würde und Integrität der Opfer. Die Taten haben einen zerstörerischen Charakter und schädigen die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zutiefst.“ Zuvor waren bereits zahlreiche Verdachtsfälle aus anderen kirchlichen Einrichtungen bekanntgeworden, etwa dem Berliner Canisius-Kolleg und zuletzt dem Kloster Ettal in Bayern.

DAPD

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