Misshandlungsvorwürfe: Mixa dialogbereit

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Immer neue Misshandlungsvorwürfe bringen den Augsburger Bischof Mixa in Bedrängnis.

Augsburg - Immer neue Misshandlungsvorwürfe bringen den Augsburger Bischof Mixa in Bedrängnis. Der weist alles von sich und sucht den Dialog mit den möglichen Opfern. Nun soll er sein Amt ruhen lassen.

Der Augsburger Bischof Walter Mixa will mit ehemaligen Zöglingen eines Kinderheims über gegen ihn erhobene Misshandlungsvorwürfe sprechen. In einer Erklärung schrieb Mixa am Donnerstag, er wolle mit den ehemaligen Bewohnern des Heims St. Josef im bayerischen Schrobenhausen über deren Erinnerungen, Erlebnisse und Vorwürfe reden. Die große Mehrheit der katholischen Bistümer in Deutschland will in den Karfreitags-Gottesdiensten eine besondere Fürbitte für die Opfer von sexuellem Missbrauch halten.

“Ich bin zutiefst erschüttert über die Anschuldigungen, die mir gegenüber erhoben werden. Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe“, hieß es in der Erklärung des Augsburger Bischofs. Mixa ist als erster amtierender Bischof in Deutschland konfrontiert mit Misshandlungsvorwürfen.

Papst geht nicht auf Missbrauchsskandal ein

Papst Benedikt XVI. ging zu Beginn der Osterfeierlichkeiten in Rom in seiner Predigt vor vielen Kardinälen, Bischöfen und Priestern nicht auf den Missbrauchsskandal ein, der in Irland und Deutschland die katholische Kirche in eine tiefe Krise gestürzt hat. Priester seien berufen, “in der Gemeinschaft mit Jesus Christus Menschen des Friedens zu sein, der Gewalt entgegenzustehen und der größeren Macht der Liebe zu vertrauen“, sagte der Papst.

21 von 27 Diözesen wollen die vorgeschlagene Fürbitte des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, des Trierer Bischofs Stephan Ackermann, unverändert übernehmen. Das ergibt sich aus Angaben der Bischofskonferenz und einer dpa-Umfrage. In dem von Ackermann vorgelegten Text wird gebetet “für die Kinder und Jugendlichen, denen inmitten des Volkes Gottes, in der Gemeinschaft der Kirche, großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden“.

Laienorganisation: Mixa soll Amt ruhen lassen

Die katholische Laienorganisation “Wir sind Kirche“ forderte Mixa auf, solange sein Amt ruhen zu lassen, bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt sind. Im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Schrobenhausen soll der jetzige Augsburger Bischof als Stadtpfarrer vor rund 30 Jahren Kinder brutal geprügelt und verletzt haben. Von “Ohrfeigen, Fausthieben und Schlägen auf das nackte Gesäß“ berichteten Betroffene nach Angaben der “Süddeutschen Zeitung“ in eidesstattlichen Erklärungen.

Das Ordinariat hat diese Angaben als “absurd und erfunden“ zurückgewiesen. Mixa solle gezielt diffamiert werden, hieß es. Inzwischen hat sich nach einem “SZ“-Bericht (Donnerstag) ein weiteres ehemaliges Heimkind gemeldet und erklärt, von Mixa damals brutal geschlagen worden zu sein.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Der Sprecher der Regierung Oberbayern sagte, über die angeblichen Vorfälle sei in den Akten von damals nichts zu finden. Damit sei die Angelegenheit erledigt. Die Regierung prüft inzwischen als Heimaufsichtsbehörde Misshandlungs-Vorwürfe in dem Kinder- und Jugendhilfezentrum aus jüngerer Zeit. Dabei geht es um mögliche Fälle, die noch nicht verjährt sind.

Erzbischof Marx: Weg der Erneuerung nötig

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx sagte am Donnerstag bei einer Messe in der Münchner Frauenkirche, die Missbrauchsfälle hätten das Antlitz der Kirche entstellt. Die Kirche sei aufgerufen, einen “Weg der ständigen Erneuerung“ zu beschreiten, betonte Marx nach Angaben des Ordinariats. An die Priester gewandt sagte Marx: “Helfen Sie jetzt und in den kommenden Monaten und Jahren mit, das Vertrauen in die Kirche und in einen menschenfreundlichen Gott, das bei vielen zerbrochen ist, durch Demut und durch Hinhören wieder zu gewinnen.“

Opfer schildern vor dem Altar ihre Erlebnisse

In Österreich bekannte sich der Wiener Kardinal Christoph Schönborn im Missbrauchsskandal zur Schuld der katholischen Kirche. In einem Bußgottesdienst im Wiener Stephansdom sagte der Geistliche am Mittwochabend: “Wir bekennen, dass wir die Wahrheit nicht erkennen wollten, dass wir vertuscht und falsches Zeugnis gegeben haben.“ Der Bußgottesdienst, zu dem 3000 Menschen gekommen waren, wurde von der kirchenkritischen Organisation “Wir sind Kirche“ mitgestaltet, die sich für Reformen wie die Abschaffung des Zölibats einsetzt. Opfer oder deren Vertreter schilderten vor dem Altar ihre Erlebnisse.

dpa

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