Mordkommission prüft Leichenfund in Hamburg

Hamburg - Die Mordkommissionprüft eine mögliche Verbindung zwischen einem rätselhaften Fund von Leichenteilen am Dienstag und einem Vermisstenfall in Niedersachsen.

Nach dem grausigen Fund von Leichenteilen in Hamburg ist die Identität des Toten weiter unklar. Der DNA-Abgleich dauerte am Mittwoch an, mit einem Ergebnis war nicht vor Donnerstag zu rechnen, wie Polizeisprecher Holger Vehren der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Ein Passant hatte am Dienstag hinter einem Parkhaus einen blauen Müllsack gefunden, in dem mehrere Tüten mit Leichenteilen lagen. Diese gehören nach Polizeiangaben zu einer einzigen männlichen Leiche. Wie lange die Leichenteile dort bereits gelegen haben, könne er nicht sagen, sagte Vehren. Klar sei, dass sie nicht schon seit Wochen dort gelegen hätten. Zum Zustand der Leichenteile wollte er sich nicht äußern. Der Fundort war von einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei und zusätzlich mit Hilfe von Leichenspürhunden abgesucht worden.

Hamburg: Plastiktüte mit Leichenteilen entdeckt

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Die bisherigen Erkenntnisse werden laut Polizei mit bekannten Vermisstenfällen abgeglichen. In diesem Zusammenhang werde auch eine mögliche Querverbindung zum Fall eines schwer verletzten 53-Jährigen geprüft, der am frühen Dienstagmorgen am Bahnhof Harburg - nur wenige hundert Meter von der Fundstelle der Leichenteile entfernt - gefunden wurde. Der aus dem niedersächsischen Buchholz stammende Verletzte war mit lebensbedrohlichen Messerstichen ins Krankenhaus gekommen, wo er notoperiert wurde. Er schwebte nach Polizeiangaben am Mittwoch noch immer in Lebensgefahr und war nicht vernehmungsfähig. Zwtl: Vermisster Mitbewohner könnte Leiche sein Wie sich herausstellte, ist der 50-jährige Mitbewohner des Mannes seit 27. Mai 2010 polizeilich als vermisst gemeldet.

Medienspekulationen, wonach es sich bei der zerstückelten Leiche “mit großer Wahrscheinlichkeit“ um den vermissten Mitbewohner handele, wies der Polizeisprecher zurück: “Seriös ist einzig, die DNA zu vergleichen und die Ergebnisse abzuwarten.“ Derzeit laufe zudem noch die Auswertung der am Bahnhof angebrachten Videokameras. Bislang sei diese jedoch “nicht erhellend“ gewesen. Im Tatortumfeld des Schwerverletzten wurde demnach auch ein Messer sichergestellt. Ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt, werde noch geprüft. “Die Auswertung der Spuren läuft“, sagte Vehren. Der Mann gehörte früher zum Reinigungspersonal des Bahnhofs, ein Ex-Kollege fand ihn mit mehreren Stichen an Hals und Oberkörper. Zu Zeitungsspekulationen, wonach sich der Mann die Verletzungen selbst zugefügt haben könnte, sagte Vehren, dass sowas nicht auszuschließen sei.

dapd

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