Mordprozess Michelle: Zehn Jahre Haft gefordert

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Die achtjährige Michelle wurde missbraucht und anschließend erwürgt.

Leipzig - Der mutmaßliche Mörder der achtjährigen Michelle aus Leipzig soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zehn Jahre ins Gefängnis.

Da Daniel V. erhebliche Defizite in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung aufweise, sei bei ihm Jugendstrafrecht anzuwenden, das diese Höchststrafe für Mord vorsehe, sagte Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller am Freitag vor dem Landgericht Leipzig. In seinem Plädoyer sprach Müller eindringlich von dem Martyrium, das Michelle in den letzten Minuten ihres Lebens durchlitten haben muss.

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

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Daniel V. hat gestanden, Michelle am 18. August vergangenen Jahres zu sich nach Hause gelockt, sich an dem Mädchen vergangen und es anschließend erwürgt zu haben. Die Leiche warf er in einen Teich. Sieben Monate nach dem Verbrechen stellte er sich, nachdem sich die Polizei zur Abnahme einer DNA-Probe angekündigt hatte. V. lebte in der unmittelbaren Nachbarschaft seines Opfers. Der Staatsanwalt schilderte noch einmal detailliert, wie sich das Tatgeschehen aus seiner Sicht darstellte. Der Angeklagte habe die Arglosigkeit Michelles ausgenutzt, als er sie unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt habe. Dort habe er mit erheblicher Gewalt auf das Kind eingeschlagen, was die schweren Verletzungen bewiesen, die an der Leiche festgestellt worden seien. Daniel V. habe seine körperliche Überlegenheit gegenüber der kleinen, zierlichen Michelle ausgenutzt, um seine sexuellen Fantasien zu befriedigen. Zwar habe der 19-Jährige nicht von Anfang an geplant, das Mädchen zu töten. Aus Wut und Rache darüber, dass er seine Pläne nicht vollständig habe umsetzen können, habe er sich dann jedoch entschlossen, das Kind umzubringen. Damit habe er auch die zuvor begangenen Straftaten verdecken wollen.

Urteil am frühen Nachmittag

Müller erklärte, in seiner jahrelangen Praxis als Staatsanwalt habe er noch nie erlebt, dass gegenüber einem Opfer so massive Gewalt ausgeübt worden sei. Vor allem habe ihn erschüttert, dass die Leiche des Kindes einen Blutalkoholgehalt von 0,81 Promille aufgewiesen hatte. Daniel V. hatte gestanden, Michelle Alkohol eingeflößt zu haben. Müller sagte, für das Kind habe es ein furchtbarer Todeskampf sein müssen, als Daniel V. es erwürgt habe. Ein Erstickungstod könne sich über mehrere Minuten hinziehen. Nach dem Plädoyer des Staatsanwaltes sollte eigentlich der Verteidiger das Wort ergreifen. Dieser bat jedoch um eine einstündige Unterbrechung, da er seine Unterlagen vergessen habe. Das Gericht gewährte ihm die Pause, wobei Richter Norbert Göbel angekündigte, am frühen Nachmittag ein Urteil verkünden zu wollen.

ap

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