Nach Amoklauf: 50 Schüler noch in Behandlung

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Bernhard Fritz, Oberbürgermeister von Winnenden, stellt anlässlich einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Aufarbeitung der Ereignisse des 11. März 2009 ein neues Container-Klassenzimmer vor.

Winnenden - Sie können die grauenhaften Bilder einfach nicht vergessen: Gut ein halbes Jahr nach dem Amoklauf in Winnenden sind noch rund 50 Schüler in psychologischer Behandlung.

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“Das ist eine relativ geringe Anzahl“, sagte Thomas Weber, Koordinator der psychologischen Nachsorge, am Dienstag in Winnenden (Baden-Württemberg). Regierungsschuldirektor Wolfgang Schiele lobte die Kooperation von Ämtern, Schulen und Betreuern und nannte sie das “Wunder von Winnenden“. Ein halbes Jahr nach der Bluttat, bei der 16 Menschen starben, seien alle 101 Schüler der Abschlussklassen in Ausbildungsstellen oder an weiterführende sowie berufsbildende Schulen vermittelt.
Ein 17-jähriger ehemaliger Realschüler hatte am 11. März an der Schule in Winnenden und auf seiner anschließenden Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen.

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Die Leiterin der Albertville-Realschule, Astrid Hahn, sprach von einem “fast normalen“ ersten Schultag am vergangenen Montag. Die Rektorin hat seit kurzem eine weitere Stellvertreterin an ihrer Seite, zudem gebe es 22 neue Lehrerinnen und Lehrer mit unterschiedlicher Stundenzahl. Neu eingerichtet wurde auch ein Containerkomplex unmittelbar neben der Schule mit zwei Räumen für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Die rund 600 Schüler sind derzeit noch in Containern untergebracht. Im September 2011 soll ihre alte Schule umgebaut sein, so dass sie dorthin zurückkehren können.

Noch zwei Jahre Container-Unterricht

Die Schüler der Albertville-Realschule werdenvoraussichtlich erst in zwei Jahren in ihr altes Schulgebäude zurückkehren. Grund sind unter anderem die geplanten Umbaumaßnahmen, wie der Winnender Oberbürgermeister Bernhard Fritz am Dienstag auf einer Pressekonferenz sechs Monate nach der Tat mit insgesamt 16 Toten sagte. In den nächsten zwei Schuljahren werden die Schüler weiter in einem Containerkomplex unterrichtet. Inzwischen wurde ein weiterer separater Container für den naturwissenschaftlichen Unterricht gebaut.

Der 50 Meter lange Container enthält zwei Klassen- und ein Vorbereitungszimmer. Er steht unmittelbar hinter der Realschule, in der am 11. März der 17-jährige Schüler Tim K. Amok lief.

dpa/AP

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