Neun Jahre Haft für falschen Diplomaten gefordert

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Einem Mann, der sich als Diplomat ausgegeben hat, drohen neun Jahre Haft.

Münster - Der dreiste Hochstapler hatte sich als UN-Diplomat und Nachlassverwalter von Saddam Hussein ausgegeben. Dafür soll er nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für neun Jahre ins Gefängnis.

Die Verteidigung wollte sich in ihrem Plädoyer nicht auf ein Strafmaß festlegen, wie ein Sprecher des Landgerichts Münster am Montag sagte. Der 44-Jährige hatte Ende November alle Vorwürfe eingeräumt, nachdem er knapp ein Jahr lang auf der Anklagebank geschwiegen hatte. Um ein Luxusleben zu finanzieren, soll der Kaufmann Geschäftspartner um mehr als eine Million Euro betrogen haben. Es geht um Urkundenfälschung und Betrug in acht Fällen sowie Geldwäsche.

Der 44-Jährige hatte demnach vorgegaukelt, als unter Hausarrest stehender UN-Diplomat über millionenschwere Fondsanteile zu verfügen. Darüber hinaus soll er vorgegeben haben, Nachlassverwalter des irakischen Diktators Saddam Hussein zu sein. Bevor er an dessen Milliarden herankomme, müsse er sich jedoch zunächst aus dem angeblichen gerichtlichen Hausarrest freikaufen, gab er vor.

Im Gegenzug für die Spenden in Millionenhöhe stellte der Mann laut Anklage den Opfern hohe Geldgewinne und Diplomatenpässe in Aussicht. Der gebürtige Nigerianer war vor 15 Jahren nach Deutschland gekommen. Dort habe er sein “Talent“ entdeckt, Menschen zu überzeugen. Der Betrug flog auf, als sich der Mann, der mittlerweile einen deutschen Pass hatte, eine teure Villa bauen ließ und die Steuerfahndung stutzig wurde. Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.

dpa

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