Polizeigewerkschaft für Verkaufsverbote an Flughäfen

Osnabrück - Zur Erhöhung der Sicherheit auf Flughäfen fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft im Abflugbereich ein Verkaufsverbot für Parfüm, hochprozentigen Alkohol, Feuerzeuge und Rasierklingen.

DPolG-Chef Rainer Wendt sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung“: “Jenseits der Sicherheitsschleusen bekommen mögliche Attentäter in Duty-free-Shops und Restaurants alles, was sie für den Bombenbau brauchen.“ Wendt forderte die EU auf, “schnellstmöglich ein EU-weites Verkaufsverbot für potenziell gefährliche Stoffe wie Alkohol, Parfüm und Ähnliches zu erlassen“.

Zudem müsse es Restaurants untersagt werden, im Abflugbereich Metallbesteck an Fluggäste auszugeben. “Die Sicherheitsinteressen der Bürger müssen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben“, sagte der Gewerkschafter. Die Vorgaben aus Brüssel ließen sich an den 17 deutschen Flughäfen durch die Bundespolizei kontrollieren und bei Verstößen mit hohen Bußgeldern sanktionieren, erklärte Wendt.

Der DPolG-Chef sprach sich ferner für Ausweiskontrollen an den Sicherheitsschleusen der Flughäfen aus, um ein Einschleusen von Attentätern in Flugzeuge zu verhindern. “Heute können Kriminelle einfach die Bordkarte eines Dritten übernehmen, damit die Sicherheitskontrolle passieren und unerkannt die Maschine besteigen. Das ist ein riesiges Sicherheitsdefizit“, kritisierte Wendt. Um eine einheitliche Linie in allen 27 EU-Staaten zu gewährleisten, plädiert die Gewerkschaft für eine europäische Flugsicherheitsbehörde. “Die gefährliche Kleinstaaterei muss ein Ende haben. Nur mit vergleichbaren, einheitlichen Vorgaben lässt sich ein Optimum an Sicherheit erreichen.“

apd

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