Prozess um Kindstötung: Mutter schweigt

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Ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines 18 Monate alten Jungen müssen sich seine Mutter ihr damaliger Lebensgefährte vor dem Landgericht Dessau-Roßlau verantworten.

Dessau-Roßlau - Eine 25-jährige Mutter und ihr Lebensgefährte stehen wegen Misshandlung und Totschlags ihres 18 Monate alten Jungen vor Gericht. Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 18 Monate alten Jungen in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) schweigen die beiden Angeklagten. Weder die 25 Jahre alte Mutter des kleinen Jason noch ihr 22 Jahre alter Lebensgefährte wollten sich am Donnerstag zu Beginn der Verhandlung am Landgericht äußern. Laut Anklage hat die Mutter ihren kleinen Sohn unter Drogeneinfluss geschlagen und gebissen. Wenige Wochen danach soll der Stiefvater dem Kleinkind schwere Kopfverletzungen zugefügt haben. Daran starb der Junge am 22. September 2009 in einer Klinik. Das angeklagte Paar muss sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und Totschlags verantworten.

Der Vorsitzende Richter Manfred Steinhoff wies die Angeklagten zu Prozessbeginn eindringlich darauf hin, dass ihr Schweigen vor Gericht nicht sinnvoll sei. “Eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich die Vorwürfe nicht bestätigen, sehe ich im Moment nicht“, sagte er. Nach Aktenlage komme nur der 22-Jährige dafür in Betracht, dem Jungen die tödlichen Verletzungen zugefügt zu haben, weil die beiden zur Tatzeit alleine in der Wohnung waren. “Die in den Akten herumgeisternde These, das Kind sei nach der Trennung der leiblichen Eltern psychisch auffällig geworden und habe sich selbst verletzt, grenzt geradezu an Blödsinn“, sagte der Richter.

dpa

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