Rentner dreht mit Maschinenpistole durch

Bielefeld - Senior vor Gericht: Mit einer Maschinenpistole wollte er ein Massaker unter den Zeugen Jehovas anrichten, so der Vorwurf. Reiner Zufall, dass es nicht zum Blutbad kam.

Wegen versuchten Mordes in 81 Fällen hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld eine zwölfjährige Haftstrafe für einen einen 83-jährigen Rentner gefordert. Mit einer Maschinenpistole soll er im vergangenen Juli einen Gebetssaal der Zeugen Jehovas in Bielefeld gestürmt haben, um möglichst viele der anwesenden Gläubigen zu erschießen.

Der Angeklagte habe sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft außerdem des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz schuldig gemacht, erklärte ein Gerichtssprecher. Laut Anklage hat der vermummte 83-Jährige drei volle Magazine, ein Samuraischwert und ein Messer bei sich.

Dem Mann gelang es nicht, die Waffe durchzuladen

Dass es am Abend des 30. Juli zu keinem Blutbad kam, war nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wohl allein einem technischen Defekt zu verdanken. Dem Mann gelang es laut Anklage nicht, die Waffe durchzuladen.

Die Verteidigung plädierte dagegen nach Angaben des Justizsprechers dafür, den Angeklagten nur wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer angemessenen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Eine Verurteilung wegen versuchten Mordes komme nicht in Frage, da der Angeklagte keinen Tötungsvorsatz gehabt habe.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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