Standesämter sind für den 9.9.09 noch nicht ausgebucht

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Für den 9.9.09 sind noch Termine bei verschiedenen Standesämtern frei.

Frankfurt - Viele Paare heiraten gern an Tagen mit Schnapszahlen. Für den 9.9.09 sind allerdings noch Termine frei. Kurzentschlossene haben also noch eine Chance.

“Mittwochs nie“ gilt auf vielen Standesämtern in Deutschland. Als Tag zum Heiraten ist dieser Wochentag eigentlich unbeliebt, und viele Standesämter sind dann zu. In diesem Jahr aber bekommen die Standesbeamten jede Menge zu tun wegen des Schnapszahl-Datums 9.9.2009. “Noch beliebter sind die Schnapszahl-Termine immer in den Jahren, in denen sie auf ein Wochenende fallen“, sagte die Leiterin des Kölner Standesamts, Angelika Barg, der Nachrichtenagentur AP.

In Köln hatten am 8.8.2008, einem Freitag, 86 Paare geheiratet und am 9.9.1999 sogar 124 - ein Rekord. Für den 9.9.2009 haben sich 60 angesagt, “ungewöhnlich viele für einen Mittwoch“, erklärte Barg. Normal seien es 10 bis 15 Hochzeiten. Zwei von drei Paaren bestellten das Aufgebot direkt am ersten möglichen Reservierungstermin, dem 9. März. Gefeiert wird oft aber erst am Wochenende, so die Erfahrung der Kölner Hochzeitsplanungsagentur “Ihr Hochzeitsservice“. Deren Leiterin Mandy Pomplun sagt: “Das war aber nicht immer so. Noch vor vier Jahren hatten die Schnapszahl-Termine einen so hohen Stellenwert, dass viele Paare selbst an Werktagen ihre Feier unbedingt auf dieses Datum legen wollten.“ In Wiesbaden sind noch drei Hochzeitstermine frei.

Heiraten für Frühaufsteher

Kurzentschlossene Heiratswillige müssten aber früh aufstehen: Die Termine liegen zwischen 08.40 und 09.20 Uhr. In Hamburg heißt es dagegen “ausgebucht“. Rainer Doleschall vom Bezirksamt Altona berichtet: “Eigentlich haben wir mittwochs überhaupt keine Trauungen, wegen des 9. Septembers haben wir aber eine Ausnahme gemacht.“ Das einprägsame Datum hat für Heiratswillige in Mecklenburg-Vorpommern keine besondere Zugkraft. So sind in der vorpommerschen Hansestadt Greifswald nur fünf Hochzeitstermine für den 9. September anvisiert, während es vor zehn Jahren 23 waren. Als Gründe für die Zurückhaltung werden das Ende der Urlaubs- und Feriensaison sowie der mitten in der Arbeitswoche liegende Termin angeführt.

In Magdeburg hatten am 9.9.99 mehr als 60 Paare geheiratet, jetzt sind es 19. In Wernigerode, auf dessen Rathaustreppe sich Heiratslustige aus allen Bundesländern gern im Brautstaat fotografieren lassen, sind 14 Paare und damit halb so viele wie vor zehn Jahren angemeldet. In Halle an der Saale gibt es ebenfalls eine abnehmende Tendenz - nach 38 Eheschließungen am 7.7.2007 und 35 am 8.8.2008 wollen jetzt nur 20 Paare über 228 Stufen hinauf in ihren Siebten Himmel schweben. In Sachsen-Anhalt gab es am 8.8.2008 mit 675 Eheschließungen einen regelrechten Heiratsboom.

“Schon eine Massenabfertigung“

In Dresden finden normalerweise mittwochs gar keine Trauungen statt. Wegen des besonderen Datums wird aber dem Wunsch von 24 Paaren entsprochen. Mit der Anmeldung brauchten sie sich nicht zu beeilen: “Es gab durchaus noch freie Kapazitäten“, erklärt der Leiter des Standesamts, Frank Neubert. Am Freitag, 8.8.08, waren es 46 und am Samstag, 7.7.07, sogar 49 Paare. Die Münchner Standesämter sind am Mittwoch mit 66 Paaren ausgebucht; sie haben ihre Öffnungszeit um vier Stunden verlängert. An einem gewöhnlichen Mittwoch heiraten dort durchschnittlich zehn Paare. Dies gilt auch für Nürnberg, wo 67 Paare angemeldet sind. Sie selbst könne die große Nachfrage nicht nachvollziehen, sagt die stellvertretende Leiterin des Standesamts, Dagmar Heckel. “Ganz ehrlich, das ist ja schon eine Massenabfertigung.“

Im Standesamt in der Stuttgarter Innenstadt gibt es elf Anmeldungen für eine Trauung am 9. September, wie Amtsleiterin Verena Rathgeb-Stein berichtete. “Dafür, dass es sich um einen Mittwoch handelt, ist es ein erhöhter Andrang“, sagt sie. Es seien noch fünf Termine frei. Iris Keller von Brautmoden Petsch in Berlin hat alle Hände voll zu tun: “Zu uns kommen die Bräute momentan wie verrückt wegen des Schnapsdatums. Ich würde sagen, es sind etwa 30 Prozent mehr Aufträge als sonst. Da zieht sich auch die Saison länger hin. Deshalb haben unsere Schneiderinnen auch noch keinen Urlaub - wir müssen alle noch ackern.“

AP

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