Studie: Die größten Ängste der Deutschen

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Die Deutschen sorgen sich auch um ihr Geld

Berlin - Die Euro-Schuldenkrise und die damit verbundenen Kosten für den einzelnen Bürger stellen in diesem Jahr einer Studie zufolge die größte Angst der Deutschen dar.

Aktuelle Themen überschatten derzeit alle anderen Sorgen der Deutschen: Die Euro-Schuldenkrise und die damit verbundenen Kosten für den einzelnen Bürger stellen in diesem Jahr einer Studie zufolge die größte Angst der Deutschen dar. “Dass die Schuldenkrise den Steuerzahler sehr teuer zu stehen kommt, befürchten 70 Prozent der Bevölkerung“, sagte die Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung, Rita Jakli, bei der Vorstellung der repräsentativen Studie “Die Ängste der Deutschen 2011“ am Donnerstag in Berlin.

Bei den langfristig abgefragten Ängsten der Deutschen steht in diesem Jahr die Sorge um steigende Lebenshaltungskosten mit 63 Prozent auf Platz eins. Auf dem zweiten Platz rangiert die Furcht vor Naturkatastrophen mit 60 Prozent. Den dritten Rang mit einem Wert von 55 Prozent belegt die Angst, im Alter ein Pflegefall zu werden.

Ein besonders überraschendes Ergebnis der Umfrage 2011: Die Furcht vor einer steigenden Arbeitslosigkeit in Deutschland ist laut Jakli so gering wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Wert um 24 Prozentpunkte auf 37 Prozent und belegt somit Rang 12 der Ängste-Skala. Die Furcht vor dem Zerbrechen der eigenen Partnerschaft ist 2011 um fünf Prozentpunkte gesunken und bleibt mit 18 Prozent das traditionelle Schlusslicht der Befragung. Für die Studie wurden 2.500 Bürgern ab 14 Jahren insgesamt 16 Standardfragen gestellt und zusätzlich drei Fragen zu aktuellen Themen wie der Euro-Krise.

Deutsche so optimistisch wie lange nicht mehr

Insgesamt sind 2011 im Vergleich zum Vorjahr in allen Ländern die Werte bei den langfristig abgefragten Ängsten zurückgegangen. “Das gab es im Laufe der Umfrage bisher nur einmal, und zwar im Jahr 1994, fünf Jahre nach der Wende“, sagte Jakli. Das durchschnittliche Angstniveau ist gegenüber dem Vorjahr auf Bundesebene um sieben Prozentpunkte gesunken, damit erreicht der Angstindex einen Wert von 43 Prozent, so tief lag er seit zehn Jahren nicht mehr - 2001 wurde ein Wert von 41 Prozent erreicht.

Die Deutschen sind so optimistische wie lange nicht mehr. “Das ist sensationell“, sagte Manfred Schmidt vom Institut für Politische Wissenschaft der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg. Für diese positive Haltung gebe es mehrere Gründe: Das erfolgreiche Management der schweren Krise durch Wirtschaft und Politik spiele dabei ebenso eine Rolle wie der anschließende Wirtschaftsaufschwung, der höher ausgefallen sei als in den Jahren zuvor und als in anderen EU-Ländern, fügte Schmidt hinzu.

Die ängstlichsten Deutschen leben in Sachsen-Anhalt

Die geringsten Sorgen machen sich in diesem Jahr die Menschen in Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die ängstlichsten Menschen leben der Studie zufolge wie bereits im Vorjahr in Sachsen-Anhalt, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Hessen.

dapd

 

 

Die 16 langfristig größten Ängste der Deutschen im Jahr 2011

1. steigende Lebenshaltungskosten

2. Naturkatastrophen

3. Pflegefall im Alter

4. Überforderung der Politiker

5. Terrorismus

6. schwere Erkrankung

7. schlechtere Wirtschaftslage

8. Spannungen durch Ausländer

9. Krieg mit deutscher Beteiligung

10. sinkender Lebensstandard im Alter

11. Drogensucht der eigenen Kinder

12. höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland

13. eigene Arbeitslosigkeit

14. Vereinsamung im Alter

15. Straftaten

16. Zerbrechen der Partnerschaft

(Quelle: R+V-Langzeitstudie “Die Ängste der Deutschen 2011“)

 

 

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