Ulla Schmidt rät zu Schweinegrippe-Impfung

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Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)

Bremen - Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat den Bundesbürgern Impfungen gegen die Schweinegrippe nahegelegt.

“Ich würde mich nach der ersten Impfwelle der Risikogruppen impfen lassen“, sagte Schmidt dem Bremer “Weser-Kurier“ (Samstagausgabe). “Je höher die Durchimpfung, desto größer ist der Schutz für die Gesamtbevölkerung“, erklärte die SPD-Politikerin weiter.

Das Auftreten des neuen Grippevirus “gibt uns Grund zur Sorge, aber keinen Anlass zur Panik.“ Die Geschichte der Pandemien zeige, dass “nach einem ersten relativ harmlosen Verlauf eine zweite Welle mit oft schwereren Verläufen kommen kann“. Auch die Schweinegrippe könne im Winter aggressiver werden.

Pharmahersteller testet an Menschen

Der Pharmahersteller GlaxoSmithKline begann derweil nach eigenen Angaben mit Tests am Menschen für seinen Impfstoff gegen die Schweinegrippe. Geplant sind insgesamt 16 klinische Tests an mehr als 9.000 Probanden in Europa, Kanada und den USA , wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

An der ersten Studie in Deutschland beteiligen sich einer Sprecherin zufolge 128 Personen, die Ergebnisse sollen im September vorliegen. Die Tests sollen laut Glaxo etwa ein Jahr dauern, der Impfstoff wird vermutlich aber wesentlich früher vorliegen. Die ersten Dosen würden bereits für September erwartet, sagte Sprecherin Alexandra Harrison.

In Europa testet das Unternehmen ein Vakzin mit einem sogenannten Adjuvans, das die Immunantwort des Körpers verstärkt. Die Pharmaunternehmen Novartis und Sanofi-Aventis haben Anfang des Monats mit Tests für ihren entwickelten Impfstoff begonnen.

Schmidt: Impfungen dauern bis Mitte 2010

Schmidt rechnet nach eigener Aussage damit, dass sich die geplanten Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe bis Mitte des nächsten Jahres hinziehen. “Wir erwarten von Glaxo-Smith-Kline ab Ende September wöchentlich zwei Millionen Impfdosen. Novartis könnte vermutlich ab November die gleiche Menge liefern“, wird die SPD -Politikerin vom “Westfalen-Blatt“ zitiert.

Da pro Patient zwei Impfungen notwendig seien, werde die Aktion Monate dauern. Die Ministerin sprach sich zudem für gesonderte Impfsprechstunden mit speziellen Aufwandsentschädigungen aus.

AP

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