Startschuss in Wacken mit 120 Dezibel

Wacken - Das Festival ist ausverkauft, die Lautstärkeregler sind aufgedreht. Für das kleine schleswig-holsteinische Dorf Wacken hat das Ereignis des Jahres begonnen.

Pünktlich zu Beginn des “Wacken Open Air 2011“ (W:O:A) hat am Donnerstag der Dauerregen ausgesetzt: Nach einer halben Stunde Rock-Musik “louder than hell“ brach sogar die Sonne hinter der Wolkendecke hervor. “Petrus ist ein Metaler“, jubelte Wacken-Gründer Thomas Jensen ins Mikro. Mit “Feel the Beats“ starteten Zehntausende begeisterte Metal-Fans unter dem schwarz-weißen W:O:A-Wahrzeichen - einem skelettierten Rinderschädel mit Hörnern - das weltgrößte Heavy-Metal-Festival.

Die 75 000 Karten für das W:O:A waren schon seit Monaten ausverkauft. Doch nicht jeder, der aufs Festivalgelände kam, schaffte es, bis zum Auftritt der ersten Band auf den Beinen zu bleiben. Sie schnarchten seelenruhig auf dem nassen Boden, während die Band Skyline gemeinsam mit Deutschlands “Metal-Queen“ Doro Pesch mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel rockten und auch noch, als der Comedian Bülent Ceylan beim restlichen Publikum für Stimmung sorgte.

Zu dem dreitägigen Spektakel werden insgesamt mehr als 120 Bands und Künstler sowie 75 000 Besucher aus dem In- und Ausland erwartet. Sie werden das kleine Dorf Wacken bis Sonntag zum internationalen Zentrum der Szene machen. Zu den Höhepunkten des W:O:A gehört in diesem Jahr neben Auftritten von Stars wie Motörhead und Judas Priest eine 90-minütige Bühnenshow von Ozzy Osbourne (61), dem “Godfather of Metal“. Der 61-Jährige wurde einst als Lead-Sänger bei Black Sabbath bekannt - der britischen Band, die als Mitbegründer des Heavy Metal gilt. In Wacken spielen aber auch viele Newcomer.

Mindestens genauso wichtig wie die Musik ist die Atmosphäre. Schon am Vortag hatten zahlreiche Besucher auf einer Art Warmup-Party mit der Feier begonnen. Sie wollten sich den Auftritt der örtlichen Feuerwehrkapelle nicht entgehen lassen. Als “W:O:A Firefighters“ macht sie traditionell 20 Stunden vor dem offiziellen Start mit klassischer Biergartenmusik Stimmung, in diesem Jahr zum Kummer vieler Fans jedoch nicht in Uniform.

Statt zünftiger Schunkelmusik ertönte dabei trompetegeblasenes “Smoke on the Water“ oder “Highway to Hell“. Viele der sogenannten Headbanger murrten leise darüber, doch sie schüttelten trotzdem den Kopf mit fliegenden Haaren im Rhythmus der Blasmusik. Die “W:O:A Firefighters “ sind eben Kult. Sie spielen während des dreitägigen Festes immer wieder im so genannten Biergarten auf.

Kultstatus haben auch die Auftritte von Mambo Kurt aus Bochum. Auf seiner Heimorgel interpretiert der Alleinunterhalter seit Jahren respektlos Hits der Hard-Rock-Szene. Er füllt auf dem W:O:A mit seinen Versionen der Songs von Rammstein, Van Halen oder Saxon stets ein riesiges Zelt.

dpa

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