Am Rande des Ruhrgebietes 

Paradies für Wellenreiter: Weltweit größte Anlage soll 2023 auf altem Zechengelände eröffnen

Dieser Entwurf zeigt, wie es ab 2023 in der „Surfwrld“ auf dem ehemaligen Zechengelände in Werne aussehen könnte.
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Dieser Entwurf zeigt, wie es ab 2023 in der „Surfwrld“ auf dem ehemaligen Zechengelände in Werne aussehen könnte.

Nach 45 Jahren soll das brach liegende Zechengelände in Werne/Lippe am Rand des Ruhrgebietes in NRW ab 2023 die weltweit größte Surfanlage für Wellenreiter beherbergen.

  • In der Stadt Werne am Rand des Ruhrgebietes (NRW) soll der größte Surfpark der Welt entstehen.
  • Mindestens 116 neue Arbeitsplätze sollen auf dem ehemaligen Zechengelände geschaffen werden.
  • Allein die erste Ausbaustufe bis 2023 soll ein Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro haben.

Werne -  Die Homepage ist live, die Kanäle in den sozialen Netzwerken sind geschaltet: In Werne an der Lippe (Nordrhein-Westfalen) soll auf dem rund 15 Hektar großen ehemaligen Zechengelände an der Flöz-Zollverein-Straße bis 2023 der größte Surfpark der Welt entstehen. Die Pläne, die am Dienstag (15. September) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden, sollen auch beim „verkaufsbereiten" Eigentümer, der Ruhrkohle AG auf breite Zustimmung stoßen, berichtet WA.de*.

Wo in Werne bis 1975 über die Schächte I und II Steinkohle gefördert wurde, soll schon in drei Jahren Wasser das dominierende Element sein - vor allem dank der Trendsportart Wellenreiten. Rund 30 Kilometer entfernt von Werne in Dortmund ist schon einmal eine große Brachfläche in ein Wasserareal umgewidmet worden - die Rede ist vom Phonenixsee auf dem alten Hoesch-Gelände in Dortmund-Hörde (1,2 Kilometer lang, 310 Meter breit).

Größter Surfpark der Welt entsteht in NRW: 30 Millionen Euro bis 2023

Nach Angaben der Stadt Werne soll alleine die erste Ausbaustufe ein Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro haben - rund 20 Millionen Euro für die Freizeiteinrichtung und 10 Millionen Euro für einen Forschungsteil. „Wir befinden uns im intensiven Austausch mit dem Wirtschaftsministerium, der Bezirksregierung Arnsberg und der Business Metropole Ruhr im Hinblick auf mögliche Förderprogramme und rechnen uns gute Chancen auch im Rahmen des 5-Standorte-Programms aus“, sagte Wernes Bürgermeister Lothar Christ.

Der am Sonntag im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigte Bürgermeister, Baudezernent Ralf Bülte, Vertreter der Wirtschaftsförderung, des Kreises Unna sowie Dr. Michael Detering als Geschäftsführer des Projektträgers SW GmbH aus Werne stellten das Konzept am Dienstag vor Ort vor. Demnach sei im Falle der Verwirklichung mit bis zu 200.000 Besuchern pro Jahr zu rechnen.

Das Projekt „Surfwrld“ wurde am Dienstag (15. September) der Öffentlichkeit vorgestellt: auf dem alten Zechengelände in Werne, wo der größte Surfpark der Welt entstehen soll.

Laut Christ sind die Gespräche über die Surfwrld bereits zu Beginn des Jahres 2019 aufgenommen worden. Jetzt sind die Planungen so weit fortgeschritten, dass die Politik ins Boot kommt. „Die Aufstellungsbeschlüsse für das notwendige Bebauungsplanverfahren und das Änderungsverfahren des Flächennutzungsplanes sollen am 22. September 2020 in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr gefasst werden“, erläuterte Bülte. „Darüber hinaus befinden wir uns im Hinblick auf die übergeordnete Planung in guter und enger Abstimmung mit der Regionalplanungsbehörde in Essen.“ Noch ist das ehemalige Areal der Zeche als Sonderfläche für den Bergbau ausgewiesen.

Projektträger der „Surfwrld“ in Werne ist die in der 30.000-Einwohner-Stadt ansässige SW GmbH & Co. KG, deren Geschäftsfeld laut Handelsregister „Planung, Errichtung und Betrieb von baulichen Anlagen und Freizeitanlagen“ ist. Geschäftsführer Dr. Michael Detering fing 2015 Feuer für eine solche Idee, als in Wales neben einem Wasserkraftwerk eine solche Anlage entstand. „Und irgendwann bin ich selbst dort hinein, habe Feuer gefangen und dabei gedacht: Das geht doch besser“, so Detering. Man habe sich sechs potenzielle Standorte angesehen - Werne sei mit Abstand der beste gewesen. „Wir werden in Werne den größten Surfpark der Welt errichten“, sagte Detering gegenüber Ruhr24.de*.

Größter Surfpark der Welt entsteht in NRW: Das alles soll entstehen

Auf der Internetseite des Projektes heißt es: „Mit zwei Wellenbecken, dreimal größeren Wasserflächen und viermal längerem Wellenreiten verspricht die Surfwrld eindrucksvolle Surfmomente direkt vor Deiner Haustür. In maritimer Atmosphäre erlernst Du in unserer Surfschule mit Material aus unserem Verleih das Wellenreiten, steigerst Deine Surfskills oder bereitest Dich auf Deinen nächsten Wettkampf vor. Stehende Wellen, Mehrzweckbecken und weitere Einrichtungen komplettieren Dein Wassersporterlebnis.“

Diese Skizze der „Surfwrld“ auf dem ehemaligen Zechengelände in Werne an der Lippe am Rand des Ruhrgebietes hat der Projektträger auf seiner Homepage als Presseinformation veröffentlicht. Zwei „gigantische Wellenbecken mit langen, zwei Meter hohen Wellen“ sowie ein Stromschnelle seien geplant, dazu Surfshops, Gastronomie, Tagungsräumlichen und Freizeitgelände samt Wohnmobilstellplatz.

Die veröffentlichte Skizze der „Surfwrld“ zeigt zwei große Wellenbecken (250 und 180 Meter lang) sowie eine Stromschnelle fürs sogenannte Rapid Surfing nach dem Vorbild der Münchner Eisbachwelle am Englischen Garten. Geplant sei in Summe „eine attraktive Umgebung“ samt Surfshops, Gastronomie, Tagungsräumlichen und Freizeitgelände samt Tribüne und Liegeflächen sowie Wohnmobilstellplatz.

Im Internet können alle ganz Ungeduldigen schon jetzt für den avisierten Start im Sommer 2023 Tickets für eine Stunde erwerben - entweder für 49,90 oder 99,90 Euro. „Unterstütze uns mit Deinem Engagement bei der Entwicklung der Surfwrld“, heißt es.

Größter Surfpark der Welt entsteht in NRW: Künstliche Welle alle 15 Sekunden

Einen vergleichbaren künstliche Surf-Park gibt es in Langenfeld (bei Köln) seit März 2018, wo das Becken jedoch „nur“ 13 Meter breit und 25 Meter lang ist. In der ersten Ausbaustufe soll ein 250 Meter langes, 90 Meter breites und zwei Meter tiefes Becken entstehen. Die künstlichen Wellen sollen bis zu zwei Meter hoch sein und alle 15 Sekunden durchs Becken pflügen. Das zweite großes Becken „mit ähnlichen Abmessungen" sei für die nächste Ausbaustufe geplant.

Neben dem Wassersport soll die Einrichtung laut einer Mitteilung der Stadt Werne auch für die wasserbauliche Forschung genutzt werden. Führende wissenschaftliche Partner sind nach Angaben der Stadt Werne die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen und die Technische Hochschule (TH) Köln, die an der Konzeption der Anlage bereits seit gut einem Jahr mitwirken.

Größter Surfpark der Welt entsteht in NRW: Zwei Hochschulen mit im Boot

„Die Stadt Werne begrüßt das Projekt ausdrücklich. Neben der Revitalisierung der Brachfläche und der Schaffung von Arbeitsplätzen ist das Vorhaben besonders als touristischer Anziehungspunkt für Stadt und Region von hoher Bedeutung. Das Projekt Surfwrld wird ein absolutes Highlight für Werne und der Durchbruch für die Entwicklung der Zechenbrache“, wird Bürgermeister Lothar Christ zitiert. Gegenüber des Südrings in Werne soll die neue Zufahrt auf das Zechengelände entstehen. - *WA.de und Ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

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