Der Winter hat Deutschland fest im Griff

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Brühlschen Terrasse in der Dresdner Altstadt.

Frankfurt/Main - Der Winter hat Deutschland in seinen frostigen Griff genommen: Noch einmal bis zu 15 Zentimeter Neuschnee sollen bis zum Sonntag vor allem in der Mitte Deutschlands fallen.

Das sagt der Deutschen Wetterdienst voraus. Glatteis, Eisregen und Schneefälle behinderten bereits zum Jahreswechsel in weiten Teilen Deutschlands den Straßen- und Bahnverkehr. Im Süden kam es bei örtlich dichtem Nebel zu mehreren Massenkarambolagen. Viele Menschen kamen ums Leben oder wurden verletzt. Spätestens am (morgigen) Samstag sollen Niederschläge im ganzen Land nur noch als Schnee fallen, wie der Deutsche Wetterdienst am Freitag vorhersagte.

Bei Dauerfrost und nächtlichen Tiefstwerten von örtlich weit unter minus zehn Grad soll eine Woche lang “tiefster Winter herrschen“, wie Meteorologe Ansgar Engel erklärte. Bei mehreren Massenkarambolagen im Nebel wurden in der Neujahrsnacht in Baden-Württemberg und Bayern insgesamt drei Menschen getötet und 18 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Bei Unfällen auf schnee- und eisglatten Fahrbahnen in vielen Teilen Deutschlands gab es weitere Todesopfer und zahlreiche Verletzte. 35 bis 50 Fahrzeuge fuhren gegen 1.20 Uhr auf der A 5 nördlich von Freiburg bei Sichtweiten von unter fünf Metern ineinander, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden zwei Männer im Alter von 20 und 70 Jahren getötet. Vier Menschen wurden verletzt. Auf der A 3 bei Schwarzach in Niederbayern kam kurz nach Mitternacht eine 48-jährige Frau ums Leben, die sich nach einem Reihenunfall bei Nebel und Sichtweiten unter 20 Metern auf dem Standstreifen aufgehalten hatte. Bereits am Silvestertag hatte Glatteis auf mehreren Autobahnen vor allem in Norddeutschland für Behinderungen gesorgt.

Bahnreisende mussten warten

Bahnkunden litten zum Jahreswechsel unter erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Nach dem Pulverschnee zu Weihnachten machten diesmal Eisregen und starke Schneefälle den Fahrplan vielerorts zur Makulatur. Besonders im Nordwesten Deutschlands war der Fernverkehr stark beeinträchtigt. Am Neujahrsnachmittag meldete das Unternehmen aber wieder “weitgehend normalen“ Zugverkehr. Bis dahin war der Hauptbahnhof von Münster seit dem Silvestermorgen fast völlig vom Fernverkehr abgeschnitten, wie ein Bahnsprecher erklärte. Als Grund gab er anhaltende Vereisung der Fahrleitung durch Eisregen an: “Gegen dieses seltene Naturphänomen gibt es keine Abhilfe.“

In der Region Berlin-Brandenburg sorgten reichliche Schneefälle für Weichenstörungen im Regionalverkehr und Türprobleme bei der ohnehin krisengeschüttelten S-Bahn. Pünktlich zum Jahreswechsel kam eine Signalstörung dazu, die die Fahrgäste zwischen Mitternacht und 02.00 Uhr in U-Bahnen und Busse zwang.

Örtlich unter minus 15 Grad

An Silvester hatte es am nördlichen, kalten Rand der Luftmassengrenze über Deutschland recht ordentlich geschneit, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Am Neujahrsmorgen lagen so in einem Streifen von der Lüneburger Heide in Niedersachsen bis zum Lieberoser Land in Brandenburg verbreitet in den Niederungen bis 18 Zentimeter Schnee, der auch in den nächsten Tagen liegen bleiben soll.

Spätestens in der Nacht zum Samstag soll sich die zunächst noch über Deutschland liegende Luftmassengrenze nach Süden hin verabschieden, so dass in der Folge das ganze Land von Kaltluft überflutet wird, wie der Deutsche Wetterdienst weiter vorhersagte. Die Niederschläge sollen in Schnee übergehen, und es soll verbreitet Dauerfrost geben. Besonders bei Aufklaren über Schneeflächen sind dann der Vorhersage zufolge Tiefstwerte von örtlich unter minus 15 Grad möglich.

AP

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