Winterwetter: Bahn-Chaos ohne Ende

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Ausgefallene Züge, weniger Sitzplätze und Verspätungen: Die Deutsche Bahn bekommt ihre Probleme wegen des Winterwetters nicht in den Griff.

Frankfurt/Main - Ausgefallene Züge, weniger Sitzplätze und Verspätungen: Die Deutsche Bahn bekommt ihre Probleme wegen des Winterwetters nicht in den Griff.

Reisende müssen noch mehrere Tage mit Einschränkungen auf wichtigen ICE-Linien auch ins Ausland rechnen. Betroffen sind die Verbindungen nach Brüssel und Amsterdam, zwischen Hamburg und Bremen nach München sowie die inzwischen für Verspätungen berüchtigte Linie von Berlin nach Köln. Das Staatsunternehmen begründete die Einschränkungen mit dem anhaltenden Winterwetter. Für Sicherheitsüberprüfungen müssen Züge demnach erst aufwendig enteist werden, was mehrere Stunden dauert. Außerdem kommen die Züge etwa wegen Schneeverwehungen ohnehin verspätet in den Betriebswerken an.

Wegen der Minusgrade und Eisregen gibt es zudem dauernd Störungen an Zügen. Dazu kommen die Achsprobleme bei den ICE-3- und ICE-T-Zügen, die bis zur Lieferung neuer Radsätze zehnmal häufiger als normal überprüft werden müssen. Von insgesamt 252 ICE-Zügen stehen deswegen zwölf dauerhaft nicht zur Verfügung, wie das Unternehmen mitteilte.

Platzangebot halbiert

Wegen der Störungen können die ICE von Köln nach Brüssel und Amsterdam nicht grenzüberschreitend verkehren. So entfallen bis Montag alle ICE zwischen Aachen und Brüssel. Die Reise dauert deswegen bis zu 90 Minuten länger. Auf der Strecke Köln-Amsterdam müssen Fahrgäste voraussichtlich bis Freitag im Grenzbahnhof Emmerich in Ersatzzüge der niederländischen Bahn umsteigen. Hier dauert die Reise etwa 30 Minuten länger. Fahrgäste auf der ICE-Linie von Berlin über Hamm nach Köln müssen sich bis einschließlich Freitag auf beengte Verhältnisse in den Zügen einstellen: Dort gibt es nur das halbe Platzangebot. Wer einen Bahnhof entlang der Wupperlinie wie Hagen oder Wuppertal nutzen will, muss in Hamm umsteigen, um nach Berlin zu kommen. Auf der Strecke Köln-Hamm-Berlin gab es bereits in der vergangenen Woche massive Verspätungen, weil Strecken nach zwei Güterzugunfällen gesperrt wurden. 

Entspannung im Nordosten

Ebenfalls wegen des Wetters verkehrt bis Freitag ein Großteil der zweistündlichen ICE zwischen München und Hamburg/Bremen einteilig, also ebenfalls mit halber Sitzplatzkapazität. Reisende zwischen Hannover und Bremen müssen in Regionalexpress-Züge umsteigen. Hintergrund dieser Maßnahme sind Kupplungsprobleme bei der zweiten Generation des ICE. Diese Hochgeschwindigkeitszüge treffen sich eigentlich in Hannover und fahren dann in einem Verband nach München. Wegen des kalten Wetters versagt aber öfters die Technik. Auch ICE-Züge der ersten Generation, die nicht gekuppelt werden, fallen regelmäßig aus. In Mecklenburg-Vorpommern, wo nach dem Wintertief “Daisy“ zahlreiche Routen gesperrt wurden, entspannt sich unterdessen die Lage.

Bereits am Dienstag wurden mehrere Verbindungen wieder aufgenommen. Seit Mittwoch fahren auch wieder Intercity-Züge zwischen Stralsund und Berlin. In Küstennähe gab es wegen Schneeverwehungen große Probleme. Für aktuelle Informationen darüber richtete die Bahn eine kostenlose Kundenhotline unter der Telefonnummer 08000-996633 ein.

dpad

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