Zahl der Verkehrstoten sinkt auf historischen Tiefstand

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Weniger Verkehrstote in Deutschland.

Wiesbaden - Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wird in diesem Jahr nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes einen historischen Tiefstand erreichen.

In diesem Jahr wird es wahrscheinlich zehn Prozent weniger Verkehrstote geben als im Vorjahr und so wenige wie noch nie seit 1950. Das geht aus einer Schätzung des Statistischen Bundesamts hervor, die die Behörde am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlichte. Sie basiert auf einer Hochrechnung der Daten der ersten zehn Monate. Das Bundesverkehrsministerium und Automobilclubs begrüßten den erneuten Rückgang.

Das Bundesamt geht davon aus, dass in diesem Jahr 4050 Menschen bei Unfällen auf deutschen Straßen sterben. Damit liegt die Zahl der Verkehrstoten bereits das neunte Mal in Folge unter der Zahl von 1950, als 7408 Menschen im Straßenverkehr umkamen.

“Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Sven Ulbrich, in Berlin. “Die Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge hat sich stark verbessert.“

Dies ist auch laut ADAC einer der Gründe für den Rückgang. “Heute gibt es Airbags, Sicherheitsgurte und Knautschzonen. Früher saßen Sie in einem Eisengestell, das bei einem Unfall keinen Zentimeter nachgegeben hat“, sagte der Verkehrsexperte des Automobilclubs, Wolfgang Steichele, in München.

Die Polizei wird 2009 nach der Hochrechnung ungefähr so viel Unfälle aufnehmen wie im vergangenen Jahr: rund 2,29 Millionen. Unfälle, bei denen Menschen getötet oder verletzt wurden, dürften um mehr als vier Prozent auf 306 500 abnehmen. Dagegen steigt die Zahl der Kollisionen nur mit Sachschaden um knapp ein Prozent auf 1,99 Millionen.

“Die schwierigen Straßenverhältnisse kommen aber erst noch“, gab Bastian Roet vom Automobilclub AvD zu bedenken. Autofahrer stiegen auch wegen der Benzinpreise immer mal aufs Fahrrad um. “Auf dem Kilometer, den ich mit dem Fahrrad zurücklege, kann ich nicht mit dem Auto verunglücken.“

Etwa 60 Prozent der Menschen, die bei einem Unfall getötet wurden, waren mit einem Auto unterwegs. Ihre Zahl wird sich nach Angaben des Amtes in diesem Jahr stark verringern. In den ersten neun Monaten 2009 kamen 1500 Pkw-Insassen ums Leben - 280 (16 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten Motorradfahrer ist derweil von Januar bis September leicht gestiegen (um 0,3 Prozent).

dpa

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